Wahl 2014 : Kandidaten sind Mangelware

Matthias Jankowski, Hauptamtsleiter in Gadebusch,  mit einer Wahlurne 2010. Noch vier Kandidatennamen standen damals auf dem Stimmzettel-Muster.
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Matthias Jankowski, Hauptamtsleiter in Gadebusch, mit einer Wahlurne 2010. Noch vier Kandidatennamen standen damals auf dem Stimmzettel-Muster.

Noch nie gab es so wenige Bewerber für ehrenamtliche Bürgermeister-Posten wie in diesem Jahr

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18. März 2014, 00:40 Uhr

Die Bürgermeisterwahl droht in einigen Kommunen eine einseitige Angelegenheit zu werden. Denn die Zahl der Kandidaten war im Amtsbereich Gadebusch noch nie so gering wie im Jahr 2014. Entsprechend niedrig könnte auch die Wahlbeteiligung ausfallen.

Ein Beispiel: Traten bei der Bürgermeisterwahl 2010 noch vier Kandidaten in der Stadt Gadebusch an, so wird dieses Mal nur ein Name auf dem Stimmzettel zu lesen sein: Ulrich Howest (SPD). Der Amtsinhaber will es noch mal wissen – und er hat beste Chancen auf seine Wiederwahl, auch aus Mangel an Bewerbern.

Gadebusch mit seinen 5500 Einwohnern ist kein Einzelfall. Auch in fünf weiteren Kommunen des Amtsbereichs Gadebusch wird es keinen echten Wahlkampf um die Gunst der Wähler geben. Denn auch in Kneese, Mühlen Eichsen, Rögnitz und Veelböken gibt es jeweils nur einen Bürgermeister-Bewerber, meistens ist es der Amtsinhaber.

Eine Wahl zwischen zwei Kandidaten gibt es in Krembz zwischen Bürgermeister Werner Guschewski und seinem Herausforderer Hans-Jörg Iken, in Dragun zwischen Sabine Schirrmeister und Ralf Siewert und in Roggendorf zwischen Rico Greger und Judith Keller.

Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Gadebusch, Andreas Lausen, verfolgt den Kandidatenschwund mit Sorge. „Es ist das erste Mal, dass wir so wenige Bürgermeister-Kandidaten haben. Die Zahl ist extrem niedrig. Aber man kann niemanden zu einer Kandidatur zwingen.“

Verwundert ist Lausen über diese Entwicklung nicht. „Das zeigt aus meiner Sicht, dass es dem Land gelungen ist, diesen Posten unattraktiv zu machen. Ein Bürgermeister ist in vielen Fällen nur noch Vollstrecker oder Konkursverwalter. Es gibt kaum noch Gestaltungsspielraum“, so Lausen. Hinzu komme, dass immer weniger Menschen Lust auf Papierkriege hätten. So sei das Buchungssystem Doppik eine Zumutung für Kommunalpolitiker. „Die Haushaltsaufstellung und -durchführung ist so kompliziert. Den Nutzen habe ich selbst noch nicht begriffen“, so der Verwaltungsfachmann.

Im Amtsbereich Rehna dürfte die Bürgermeisterwahl in drei von elf Kommunen spannend werden. So fordern in Rehna Martin Reininghaus und Alfred Böttcher Amtsinhaber Hans Jochen Oldenburg heraus. In Rieps tritt Manfred Sosnowski von der Wählergemeinschaft Frischer Wind gegen Amtsinhaber Uwe Tollgreve an. In Schlagsdorf kämpfen Manuela König-Jabs und Bürgermeister Ingo Melchin um die Wählergunst.

In Wedendorfersee, Holdorf, Königsfeld, Groß Molzahn, Thandorf und Utecht haben die Amtsinhaber erneut ihren Ring in den Hut geworfen. In Carlow gibt es keinen Bewerber für den Bürgermeisterposten. Hier soll aus der Mitte der neuen Gemeindevertretung das Gemeindeoberhaupt gewählt werden.

Wie viele Kandidaten im Amtsbereich Lützow-Lübstorf antreten, soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.


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