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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 03:06 Uhr

Westhafen Wismar : Kaikanten wachsen in die Höhe

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Milde Wetterlage sorgt für günstigen Baufortschritt im Wismarer Westhafen

Kein Eis und Schnee – deshalb herrscht statt winterlicher Ruhe noch immer Lebendigkeit am Kaikantenbauplatz des Wismarer Westhafen, wo einst große Schiffe an der Werft-Ausrüstungspier lagen. Es wird wortwörtlich mit Hochdruck gearbeitet, Betontransporter rollen im 30-Minutentakt zur Baustelle. Dann fließt per Pumpenaggregat der zähflüssige Baustoff in die Kaikantenverschalung. Gleichzeitig verdichten Fachleute die graue Masse. Am Ende sind diesmal für einen weiteren, verschalten Abschnitt etwa 30 Kubikmeter Beton verfüllt.

Üblich ist diese Aktion mitten im Januar keinesfalls. „Wir leben bei unseren derzeit anstehenden Arbeiten absolut vom günstigen Wetter, dabei geht es nicht nur um Frost, sondern ebenso um die sich immer wieder ändernden Wasserstände“, erklärt Polier Torsten Voigt. Der Grund: Gearbeitet wird nicht nur über, sondern auch unter dem Wasser. Noch immer ist das relativ milde Klima auf Seiten der Bauleute der deutschlandweit agierenden Züblin AG. So konnten sie ohne größere Pause mit dem nächsten Sanierungsabschnitt beginnen.

Ab Sommer des Vorjahres beräumte bereits die Firma Abbruch Büchert für sie das einstige Werftgelände und trug zudem die marode Kaikante um 1,65 Meter tief ab. „Nachdem wir den Zuschlag erhielten, begannen wir unverzüglich mit der Baustelleneinrichtung und dann ging es auch gleich richtig los“, schildert Voigt das Sanierungsgeschehen ab Herbst 2014.

Seeseitig kamen Arbeitspontons zum Einsatz. Denn die weiteren, vorbereitenden Maßnahmen gingen und gehen noch immer vom Wasser aus. „Mit Hochdruckwasserstrahl um die 2  300 Bar muss der alte Beton oberflächlich abgestrahlt werden, damit der Verbund von altem und neuen Beton sicher haftet“, erklärt der Polier. Zudem wird nachträglich und Schritt für Schritt Bewehrung angebracht.

Letztendlich erfolgt das Einschalen und Betonieren, auch unter dem Wasser.
„Ohne aufwändige Taucherbegleitung geht da gar nichts“, so der Fachmann. Schließlich reicht der neu geschüttete Beton etwa 70 Zentimeter tief ins Wasser. Die dafür notwendigen Verschalungen befinden sich sogar 1,30 Meter unter dem Normalpegel Null.

Direkt neben der Abzäunung an der so genannten „Atalanta“ Pier, wo die Sanierung endet, zeigt sich bereits ein Stück der neuen Kaikante. Konkret sind 90 Meter davon in Arbeit. Voigt: „Wir konnten dank der bisherigen Wettersituation für eine fast fließende Fertigung unter freiem Himmel sorgen.“ Solide Handarbeit ist gefragt, ob bei der Verlegung der Bewehrungsstähle oder dem Einschalen der einzelnen Bauabschnitte. Denn erst dann kann der Beton fließen. Und das wird weiterhin reichlich erfolgen, bis am Ende dieser baulichen Maßnahme gut 500 Kubikmeter verfüllt sind.

Deshalb ist für sein 15-köpfiges Team jeder weitere wettergünstige Tag ein echter Gewinn. „Auch wenn es wohl etliche Ski- und Schlittschuhfreunde gibt, im Moment möchten wir einen solchen Winter wirklich nicht haben“, sagt Torsten Voigt. Denn der 46-jährige Wismarer, der im Oktober 25 Jahre bei der Firma Züblin tätig ist, hat schon ganz andere frostige Situationen zu dieser Zeit erlebt. Zudem möchte er die Baustelle so früh wie möglich den nächsten Gewerken übergeben. Für die ist dann der Bereich Oberflächenbefestigung dran. Am Ende sind die Schwimmstege zu installieren, an denen möglichst schon zur kommenden Saison 20 Sportboote liegen sollen.

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