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Schiedsrichterin der SG Schlagsdorf : Jungs tanzen nach ihrer Pfeife

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jessica Dankert ist Schiedsrichterin für die SG Schlagsdorf und wurde jetzt für ihr Engagement geehrt

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2016 | 21:45 Uhr

Seit 2013 lässt die 18-jährige Jessica Dankert Nachwuchsfußballer nach ihrer Pfeife tanzen. Ohne jemals selbst Fußball gespielt zu haben, leitet sie seit drei Jahren Spiele im männlichen und weiblichen Nachwuchs. Zunächst für den Brüsewitzer SV, seit zwei Jahren steht sie für die SG Schlagsdorf auf dem Rasen. Die guten Leistungen und das Engagement der Auszubildenden war dem Landesfußballverband (LFV) vor wenigen Wochen Grund, sie im Rahmen der Aktion „Danke, Schiri.“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als eine von 18 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern des LFV M-V zu ehren.

„Eigentlich habe ich mir mal vorgestellt, so hoch wie möglich zu pfeifen. Ganz nach dem Vorbild meines Onkels Basti (Bastian Dankert, FIFA-Schiedsrichter, Anm. d. Red.). Doch dann habe ich gemerkt, dass ich meine Lehre und das Pfeifen nur sehr schwer unter einen Hut bekommen kann. Die Lehre erfordert viel Zeit, genauso wie das Schiedsrichterdasein“, erklärte Jessica Dankert. Denn seit einem halben Jahr ist die 18-jährige nicht mehr in Kaeselow bei Gadebusch sondern in Rostock, am Ort ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau, beheimatet. Da heißt es, sich besonders zu konzentrieren, denn hier können Mutti und Papa nicht mehr zu oft helfen. „Als ich noch keinen Führerschein hatte, haben mich meine Eltern immer zu den Spielen gefahren. Jetzt kommen sie nicht mehr so oft mit“, erzählte die Kaeselowerin.

Ob sie nun trotz der Lehre weiterhin auch an einer Schiedsrichter-Karriere basteln würde, ließ sie offen. „Erst einmal muss ich viel Erfahrung sammeln. Das tue ich zunächst im Nachwuchsbereich“, sagt Jessica Dankert, die am vergangenen Freitag gerade für die D-Junioren-Partie zwischen dem FC Mecklenburg Schwerin und der U12 des FC Hansa Rostock nominiert wurde. Mittlerweile habe sie auch eine gewisse „Grundlinie“ bei der Spielleitung gefunden. Das schienen mitreisende Eltern und Betreuer allerdings auch mal anders zu sehen. „Immer wenn ich in Schwerin pfeife, habe ich kein gutes Gefühl. Schon zwei Mal ist es mir passiert, dass die Trainer oder Betreuer der Gegner auf das Spielfeld gerannt kamen und mich beschimpft haben“, erzählt sie. Einmal war sogar der erfahrene Gadebuscher Schiedsrichter Klaus Seemann als Beobachter vor Ort und musste einschreiten. „Da habe ich doch schon mal ans Aufhören gedacht“, erklärt die Auszubildende. Dass es allerdings auch anders geht, erfährt die 18-jährige immer wieder bei der Sportgemeinschaft Lützow. „Hierher fahre ich gerne. Als ich meinen 17. Geburtstag hatte und hier pfeifen musste, haben die Kinder das nach dem Spiel herausgefunden und mir spontan ein Geburtstagsständchen gesungen“, berichtete die Nachwuchs-Schiedsrichterin.

Doch mit dem Pfeifen in Nordwestmecklenburg ist es ab der kommenden Saison erst einmal vorbei. Dann wird Jessica Dankert für den Laager SV auf dem Rasen stehen. „Mein Wohnort ist Rostock und da ist es für mich deutlich einfacher“, erklärte die Unparteiische, deren Wunsch es ist, auch mal eine Männerpartie zu leiten. „Das habe ich bisher noch nicht gemacht. Irgendwann wird meine Erfahrung auch dafür reichen. Ich bin jetzt schon gespannt“, sagte die Wahl-Rostockerin und freut sich auf die nächste Herausforderung in Laage.

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