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Förster zufrieden mit Anpflanzungen : Junger Wald gedeiht trotz Hitze

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27 000 Traubeneichen sollen auf einem vier Hektar großen Areal am Dorfrand von Herren Steinfeld einmal zu einem Wald heranwachsen. Gepflanzt wurden sie als Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung eines Gewerbegebietes.

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erstellt am 25.Jul.2013 | 12:12 Uhr

Herren Steinfeld/Kirch Stück | Wild aufgelaufener Weizen und Kornblumen stellen die Eichen in den Schatten. Doch das stört den Friedrichsthaler Revierförster Dietmar Beier nicht. "Die jungen Bäume bekommen genügend Licht", weiß der Fachmann. "Und bei der derzeitigen Hitze sorgt dieser Bewuchs sogar dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet."

27 000 Traubeneichen sowie weitere Bäume und Sträucher sollen auf einem vier Hektar großen Areal am Dorfrand von Herren Steinfeld einmal zu einem Wald heranwachsen. Im Herbst vorigen Jahres kamen die zweijährigen Setzlinge als Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung eines Gewerbegebietes bei Lübtheen hier in die Erde - auf einem abgeernteten Weizenfeld. "Raps als Vorkultur wäre nicht so gut. Diese Pflanzen hätten die jungen Eichen behindert." Die schmalen, blattlosen Weizenhalme behindern die jungen Bäume hingegen nicht. "Die haben sich prima entwickelt", betont Beier. Etwa 30 Zentimeter waren die Eichen im Herbst groß, heute sind es um die 50 Zentimeter. Und was Förster Beier noch mehr freut: "Es scheint so, als ob alle Setzlinge angewachsen sind."

Mit letzter Gewissheit lässt sich das zwar noch nicht sagen, doch das nasse Frühjahr hat den jungen Eichen offenbar geholfen, den so genannten Pflanzschock gut zu überwinden. In ein paar Wochen wird das besser sichtbar. Denn für den August sind Pflegearbeiten vorgesehen. Der Wildwuchs zwischen den Baumreihen wird mit einem Spezialfahrzeug gemäht und gleich gemulcht. Die Pflanzenreste bleiben an Ort und Stelle liegen. Sie dienen den jungen Eichen als Gründünger und sorgen zudem dafür, dass der Boden jetzt nicht so stark austrocknet. "Solch eine Grundpflege erfolgt auf neu aufgeforsteten Waldflächen in den ersten drei Jahren jeweils einmal", erläutert Dietmar Beier. Danach sind die jungen Bäume kräftig genug, um sich gegen den Wildwuchs allein durchzusetzen. "Aber es dauert noch mindestens weitere zehn Jahre, bis sich die Kronen herausbilden". In dem Schatten entsteht dann nach und nach auch der typische Waldboden.

In der Zwischenzeit gleicht junger Wald eher einem wilden Gestrüpp, in dem es auch kein Durchkommen für Menschen gibt. Wie das aussieht, ist nur wenige Kilometer weiter zu entdecken: An der Schweriner Umgehungsstraße bei Kirch Stück wurden 2007 und 2008 insgesamt 24 Hektar Land aufgeforstet. Auch die Flächen gehören zum Revier von Beier. "Hier wächst ein bunter Wald heran", erzählt er. Buche, Eiche, Ulme, Bergahorn, Linde, Vogelkirsche und Wildobstbäume kamen in die Erde. Zwischendurch auch Nadelbäume wir Lärche und Douglasie. Hinzu kommen auch hier Sträucher. "Auch das ist eine Ausgleichsmaßnahme - für den Bau der Umgehungsstraße", ergänzt der Förster. "Die Vielfalt bei den Gehölzen bietet vielen Tierarten Lebensraum."

Dietmar Beier freut sich, dass in seinem Revier, das sich von Kirch Stück bis Mühlen Eichsen im Norden und Dümmer im Südwesten sowie über den Nordwestteil der Stadt Schwerin erstreckt, die Waldfläche dank der Ausgleichsmaßnahmen wächst. Denn die Region ist waldarm. Im Forstamt Radelübbe, zu dem das Revier Friedrichsthal gehört, sind nur 19 Prozent der Gesamtfläche mit Wald bewachsen. Der Landesdurchschnitt beträgt 21 Prozent. Bundesweit macht der Anteil von Wald an der Gesamtfläche aber etwa 37 Prozent aus.

Vorgesehen ist, dass bei Herren Steinfeld acht Hektar weiterer Wald entstehen sollen: Die Forst hält neben den schon aufgeforsteten vier Hektar Land für weitere Ausgleichsmaßnahmen bereit. Derzeit steht aber nicht fest, wann und was hier gepflanzt wird.

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