festspiele mecklenburg-vorpommern : Junger Jazz vor alten Mauern

Leider blieb beim Konzert ein Drittel der Plätze im Nonnengarten leer. Fotos: patricia lösche
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Leider blieb beim Konzert ein Drittel der Plätze im Nonnengarten leer. Fotos: patricia lösche

Quatuor Ébène spielten im Rahmen der Festspiele MV im Nonnengarten in Rehna Jazzvariationen

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21. August 2015, 23:44 Uhr

Der Besuch kam in diesem Jahr aus Frankreich. Auf der Freiluft-Bühne im Nonnengarten am Kloster Rehna spielte das Streichquartett Quatuor Ébène Jazz-Variationen im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Ein Überraschungsprogramm von Klassik über Tango bis Rock. „Wir improvisieren heute viel“, verriet Raphaël Merlin (33), „das ist spannend und emotional.“ Jeder habe seine eigene Vorstellung von der Interpretation eines Stückes. Es sei wie eine lebhafte Diskussion unter Freunden, bei der man sich am Ende doch einig würde.

Seit 1999 spielt Quatuor Ébène alles, was sich musikalisch auf Geige, Bratsche und Cello übertragen lässt: klassisch, zeitgenössisch, Jazz. Kennengelernt haben sich Pierre Colombet, Gabriel Le Magadure, Adrien Boisseau und Raphaël Merlin am Konservatorium Boulongne-Billancourt. Preise sammeln sie seither wie andere Sticker. Seit 2009 sind sie sichere ECHO-Gewinner im Bereich Klassik. In Rehna zeigten sie Mut zum Risiko: Piazollas „Libertango“ neben „Come together“ von Aerosmith, vorgetragen von vier Individualisten. Eine gewagte Mischung. Doch unter den Bögen der vier Streicher (Geigen, Bratsche, Cello) entstand daraus ein einheitliches Klangerlebnis. Ohne dass dabei die gewollte Individualität der Musiker verloren ging.

Als Gast stieß nach der Pause Marlon Martinez zum Quartett. „Ich bin unglaublich stolz, hier mit so fantastischen Musikern spielen zu dürfen“, freute sich der erst 23 Jahre alte Kontrabassspieler aus den USA. Sechster im Bunde war in Rehna Richard Héry (Percussion).

„Bei dem schönen Wetter haben wir auf mehr Besucher gehofft“, gab Burkhard Schmidt vom Klosterverein zu. Nach dem Ansturm des letzten Jahres mit 470 Besuchern mussten sich die Organisatoren mit fast 200 Besuchern weniger zufrieden geben. Dennoch war man in Rehna alles andere als unglücklich: „Vergleichen wir das Kloster vor 15 Jahren mit dem Kloster heute, dann können wir stolz sein auf das Erreichte“, sagte Schmidt. Im nächsten Jahr wird Rehna zum vierten Mal Festspielort sein. Es gibt ein Wiedersehen mit Quadro Nuevo, die 2014 mit großem Erfolg auf der Bühne standen.

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