Ermittlungen in Gadebusch : Junge Frauen schweigen nach Brand

Die Gadebuscher Feuerwehr löschte den Brand.
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Die Gadebuscher Feuerwehr löschte den Brand.

Gadebuscher Bürger stellten sie einem Szenetreff und brachten sie zur Polizei. Ermittler gehen von Sachbeschädigung aus

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Nach einem möglichen Brandanschlag auf die ehemalige Schmiede Wendlandt in Gadebusch sind neue Details bekannt geworden. Demnach könnten zwei jungen Frauen für das Feuer verantwortlich sein. Sie sollen wenige Stunden später von zwei Gadebuscher Bürgern in einem Szenetreff gestellt worden sein. Von dort wurden die jungen Frauen nach SVZ-Informationen durch einen Bürger zum örtlichen Polizeirevier gebracht.

Dass das Feuer nicht zu einem Großbrand wurde, lag offenbar an einem Mann aus der Gemeinde Veelböken. Er soll mit den Füßen einen Kanister mit einer brennbaren Flüssigkeit von dem Einfahrtstor der Schmiede weggetreten haben. „Es fehlten nur Sekunden, dann wäre der Kanister vielleicht explodiert. Dann wäre die Schmiede weg gewesen“, sagt Besitzer Holger Hempel. Nach seinen Angaben handelt es sich um eines der geschichtsträchtigsten Gebäude, in dem sich eine der ältesten Schmieden Norddeutschlands im Originalzustand befindet. Die Schmiede war 1896 gegründet worden.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen Sachbeschädigung auf öffentlichen Wegen und Plätzen durch ein Feuer. „Bislang liegt uns dazu ein Zeugenhinweis vor. Der Zeuge will gesehen haben, wie zwei Personen von dem Ort weggelaufen sind. Zuvor soll ein Kanister mit Benzin umgeworfen und angezündet worden sein. Das Ergebnis der weiteren Ermittlungen bleibt aber abzuwarten“, sagt Nancy Schönenberg von der Polizeiinspektion Wismar auf SVZ-Anfrage. Die beiden Personen, die durch einen Zeugenhinweis belastet werden, sollen sich bislang nicht zu dem Vorwurf geäußert haben.

Über ein mögliches Tatmotiv kann derzeit nur spekuliert werden. „Es würde mir aber Angst machen, wenn es sich um eine politisch motivierte Straftat handeln sollte. Viele Bürger haben mich seit dem Feuer angerufen und gefragt, ob die Sache etwas mit der Windkraft zu tun haben könnte, weil an der Schmiede ein Plakat aufgehängt war“, so Besitzer Holger Hempel. Er hatte im Februar vergangenen Jahres zudem in Gadebusch eine friedlich verlaufende Demonstration für die Einführung einer Einwanderungsobergrenze von Flüchtlingen mitorganisiert. Fast 170 Menschen waren dem Aufruf damals gefolgt.

Anwohner der Johann-Stelling-Straße sind nach dem Feuer zum Teil fassungslos. Sie fragen sich, wieso ein Feuer vor einer Schmiede entfacht wurde und ob möglicherweise „Langeweile“ ein mögliches Tatmotiv gewesen sei. Der Kanister mit der brennbaren Flüssigkeit soll zuvor einem Anwohner der Johann-Stelling-Straße gestohlen worden sein.  

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