Kinder sollen an die Macht : Jugendparlament geplant

„Die Tat unterscheidet das Ziel vom Traum“ – das ist auf dem T-Shirt von Hannes Durchschlag zu lesen. Der 17-Jährige hofft, dass es künftig ein Kinder- und Jugendparlament geben könnte.
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„Die Tat unterscheidet das Ziel vom Traum“ – das ist auf dem T-Shirt von Hannes Durchschlag zu lesen. Der 17-Jährige hofft, dass es künftig ein Kinder- und Jugendparlament geben könnte.

Kreistag kann heute Abend die Weichen stellen. 10 000 Euro soll der Kreis jährlich bereitstellen

svz.de von
13. März 2014, 00:01 Uhr

Im Landkreis Nordwestmecklenburg gibt es Bestrebungen, ein Kinder- und Jugendparlament zu gründen. Einen entsprechenden Vorstoß haben die Bündnisgrünen unternommen. „Wir wollen Kindern und Jugendlichen eine Teilhabe am demokratischen Entscheidungsprozess ermöglichen. Mit dem Kinder- und Jugendparlament sollen sie im Landkreis die Möglichkeit erhalten, eigene Ideen und Projekte umzusetzen und ihrer Meinung Gehör zu verschaffen“, so Regina Groß (Foto) von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen.

Bereits heute Abend könnten die ersten Weichen für ein solches Parlament gestellt werden. Denn den Kreistagsmitgliedern liegt ein Beschlussvorschlag der Grünen auf dem Tisch. Demnach könnte es 2015 erstmals eine Wahl zum Kinder- und Jugendparlament Nordwestmecklenburg geben. Pro Jahr sollen 10 000 Euro für das Palament bereitstehen.

„Ziel ist, Respekt und Vertrauen der Jugendlichen in unsere Demokratie zu stärken und gesellschaftliches Engagement auch unter Jugendlichen zu fördern“, macht Regina Groß klar.

Jugendliche wie Hannes Durchschlag (17) aus Gadebusch stehen einem solchen Vorhaben positiv gegenüber: „Ein solches Parlament wäre definitiv eine Chance. Es gibt bestimmt junge Leute, die dort mitmachen möchten.“

Auch die Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses, Judith Keller, unterstützt die Schaffung eines solchen Parlaments. „Wir brauchen Kinder und Jugendliche, die aus ihrer Sicht sagen, was für sie wichtig ist. Erwachsene haben nunmal eine andere Sichtweise“, sagt Keller.

In vielen Städten gibt es bereits Kinder- und Jugendparlemente, die jungen Menschen einen Einstieg in die Politik ermöglichen – ohne Parteibindung. Sie mischen sich ein, wenn es beispielsweise um die Gestaltung und Einrichtung von Spiel- und Sportplätzen, die Umgestaltung von Schulhöfen, der öffentliche Personennahverkehr, Umweltaktionen oder Band-Wettbewerbe geht.

Auch in der Hansestadt Wismar gibt es seit wenigen Jahren ein Kinder-Jugendparlament. Dessen Mitglieder waren zuvor von knapp 1300 jungen Wismarern gewählt wurden. Die Parlamentarier sind zwischen zehn und 18 Jahren jung.


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