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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 12:04 Uhr

Lesung : John bringt den „Kuckuck“ mit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Zeichner, Maler und Schreiber stellt sein autobiografisches Buch im Gadebuscher Rathausfoyer vor

von
erstellt am 13.Sep.2014 | 00:22 Uhr

„Kuckuck“ – nicht der Gerichtsvollzieher, sondern der Zeichner, Maler und Schreiber Joachim John klopft in Kürze an die Gadebuscher Rathaustür. Einlass dürfte dem Kulturpreisträger des Landes MV gewährt werden. Denn John wird zu einer Lesung erwartet. Der 81-Jährige will im Rathausfoyer sein Buch „Kuckuck“ vorstellen. Beginn ist am Freitag, 19. September um 19 Uhr.

In seiner 17-teiligen Erzählung geht es um einen in Berlin lebenden Kuckuck – keinen Vogel – der eines Tages aus der DDR nach Kolumbien fliegen darf und dem in seinem Künstlerdasein auch sonst viele Absonderlichkeiten widerfahren. Autobiografische Bezüge sind darin unübersehbar.

Joachim John war 1982 als DDR-Bürger und ohne SED-Mitgliedschaft anlässlich eines Künstleraustausches in das südamerikanische Land gereist. „Ich konnte natürlich kein Spanisch, stotterte etwas auf Englisch. Aber es ging schon und die Gastgeber – Kollegen – waren wunderbare Leute“, sagt John. Er spricht aber auch vom „Verbrechersyndikat Kolumbien“.

Zehn Jahre später fing John an, Texte über die Südamerika-Reise zu schreiben. Weitere Jahre sollten vergehen, bis der Mann aus Neu Frauenmark sein Buch vollendete – während eines Krankenhaus-Aufenthaltes. Er hatte sich zuvor bei einem Treppensturz das linke Bein gebrochen. „Ich hätte es in dem Krankenhaus überhaupt nicht ausgehalten, wenn ich nicht von früh bis abends mit der Hand geschrieben hätte“, sagt John.

Als er Anfang dieses Jahres sein Buch in Berlin vorstellte, war der Besucherandrang in der Akademie der Künste enorm. Zusätzliche Stühle mussten herangeschafft werden. In Schwerin blieben wenig später viele Stühle leer.

Nun will John seinen „Kuckuck“ in der Stadt vorstellen, auf die er eigentlich nicht gut zu sprechen ist. Dabei war gerade er in Gadebusch einst äußerst kulturaktiv. John hatte eine kleine Galerie gegründet, organisierte jeden Monat eine neue Ausstellung. Darüber hinaus gab es eine Zeit lang jeden Donnerstag Galerieabende. „Dorthin kamen Gadebuscher Einwohner. Aber heute interessiert sich keine Sau mehr für Kultur. Gadebusch schläft ein, wieder einmal“, so John.


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