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Optimismus in Wismar : Jobcenter hat ehrgeizige Ziele

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jugendarbeitslosigkeit soll halbiert werden / Arbeitslosigkeit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesenkt

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 22:00 Uhr

Arbeitslosenquote runter, Integrationsquote rauf, Kosten runter – alles gut beim Jobcenter Nordwestmecklenburg?

6817 Menschen waren im vergangenen Jahr auf der Suche nach einer Arbeit. Das sind immerhin 937 weniger als noch 2014. 444 von ihnen schafften sogar den Sprung weg von Hartz IV hin zu einem sozialversicherungspflichtigen Job.

Der Geschäftsführer des Jobcenters Martin Greiner und Landrätin Kerstin Weiss freuen sich über diese Zahlen. Die Arbeitslosenquote lag 2015 im Schnitt bei 8,2 Prozent. Der zweitgrößte Rückgang landesweit.

Auch langfristig hat sich die Zahl der Arbeitslosen positiv entwickelt, nämlich nach unten. „In den vergangenen zehn Jahren ist die Arbeitslosigkeit im Kreis halbiert worden“, sagte Kerstin Weiss. Ein reines Jobwunder ist das aber nicht. Denn die demographische Entwicklung hat kräftig mitgeholfen. In den vergangenen Jahren waren die Zahlen der Schulabgänger rückläufig und damit mussten auch weniger Jugendliche in Ausbildung und Beruf vermittelt werden.

Mit den guten Zahlen entlastet das Jobcenter den Landkreis finanziell. Er muss für die Kosten der Unterkunft aufkommen. Da weniger Menschen auf Hartz IV angewiesen sind, muss der Kreis weniger Geld für Miete und Nebenkosten ausgeben. Immerhin 1,6 Millionen Euro konnten gespart werden. „Hier konnte das Jobcenter zu einer wirklichen Haushaltseinsparung erheblich beitragen“, sagte Weiss.

Besonders die Jugendarbeitslosigkeit erweist sich aber als harter Brocken. 318 arbeitslose Jugendliche betreut das Jobcenter derzeit. „Die Vermittlung ist schwierig“, sagte Geschäftsführer Greiner. Kein Schulabschluss, keine Ausbildung. „Die sich hier anbahnende Verfestigung zu bekämpfen, wird weiter ein Aufgabenschwerpunkt sein.“ Bis 2018 will das Jobcenter die Jugendarbeitslosigkeit halbieren.

Auch die Folgen der Flüchtlingswelle sind in der Behörde von Martin Greiner mittlerweile deutlich spürbar. Bis Oktober waren 200 Asylberechtigte gemeldet. Mittlerweile sind es 500. „Das stellt uns vor große Probleme“, sagte Greiner. Das zuständige Bundesamt für Migration entscheide nun schneller über Asylanträge. Damit werden die Flüchtlinge auch schneller beim Jobcenter vorstellig.

Um die ganz praktischen Probleme im Alltag zu lösen, hat das Jobcenter eine Dolmetscherin eingestellt und zwei Fachkräfte, die arabisch und englisch sprechen. Kleine Erfolgsmeldungen gibt es auch schon: Drei Flüchtlinge wurden in Arbeit vermittelt. Sie haben Helfertätigkeiten übernommen und können nun selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Eine Vermittlungsquote von zehn Prozent strebt Jobcenter-Chef Martin Greiner an. Mehr sei nicht drin.

Am Ende gab es dann doch noch Gemurre. Der Bund hat dem Jobcenter das Budget um fünf Prozent gekürzt. Knapp 19 Millionen Euro stehen in diesem Jahr damit für Verwaltung und Eingliederungsmaßnahmen zur Verfügung. „Zu wenig“, wie Martin Greiner sagt. Denn die Vermittlung von Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen koste viel Geld.

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