Jarmstorfer wollen Lkw ausbremsen

<fettakgl>Klaus Ortmann blickt</fettakgl> auf die  viel befahrene Jarmstorfer Straße. Am Tag zählt er dort zahlreiche Lkw. <foto>volker bohlmann</foto>
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Klaus Ortmann blickt auf die viel befahrene Jarmstorfer Straße. Am Tag zählt er dort zahlreiche Lkw. volker bohlmann

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24. Januar 2013, 10:20 Uhr

Gadebusch | "Brummis raus! Zumindest was die 40-Tonner angeht", das ist die Meinung von Klaus Ortmann. Wenn der Gadebuscher aus seinem Haus in der Jarmstorfer Straße schaut, sieht er immer öfter Güllefahrzeuge und wie der Schwerlastverkehr die innerstädtische Verbindung von der Rehnaer Straße in Richtung Wakenstädt nutzt. "Die sollen die Umgehungsstraße nutzen und nicht unsere Straße zerfahren", sagt Ortmann.

Die Forderung nach Verkehrsberuhigung liegt der Stadt Gadebusch mittlerweile vor. Ortmann verfasste ein Protestschreiben und ließ weitere 50 Bürger unterzeichnen. Ihr Ziel ist eine Tonnagebegrenzung auf 7,5 Tonnen.

Am Dienstagabend befasste sich der Bauausschuss der Stadtvertretung mit der Problematik. Bauamtsleiterin Rommy Elßner bestätigte gegenüber der SVZ, dass ein entsprechender Antrag vorliegt: "Die Bürger beklagen Schäden an der Straße und ihren Häusern und sind für einen Vor-Ort-Termin bereit."

Angaben zu Unterlagen, wonach die Jarmstorfer Straße von jeher nur für 5,5 Tonnen ausgelegt sein soll, sind ihr nicht bekannt. Elßner: "Derartige Begrenzungen sind nicht nachvollziehbar, denn es handelt es sich immerhin um eine ehemalige Bundesstraße mit einer Breite zwischen sechs und acht Metern. "Der Ausbau ist noch vor der Wende passiert, anschließend erhielt die Straße eine neue Asphaltierung und um das Jahr 2000 im Bereich zur Rehnaer Straße einen Rad- und Gehweg", so Elßner. Bekannt sei nur, dass es sich um einen Betonunterbau handelt, der aufgrund vorhandener Fugen für Risse in der Asphaltdecke sorgt. "Die Straße wird regelmäßig instand gesetzt", so die Bauamtsleiterin. Ungeachtet dessen werde die Verwaltung mit Unterstützung des Bauausschusses das Anliegen an den Landkreis weiterleiten. Elßner: "Wir als Stadt dürfen nicht über eine Tonnagebegrenzung entscheiden."

Verantwortlich zeichnet die untere Straßenbaubehörde. Sie ist für die Ausschilderung zuständig. Folglich geht das Schreiben von Klaus Ortmann inklusive Unterschriftenliste jetzt in die Post und weiter nach Grevesmühlen.Wie hoch dort die Bedeutung der innerstädtischen Hauptverkehrsstraße eingeschätzt wird und ob die Tonnagebegrenzung letztlich zu Versorgungsproblemen der Supermärkte führen könnte, wird nun in der Malzfabrik entschieden.

Eine Antwort, mit der Klaus Ortmann sich nicht zufrieden gibt: "Die Stadt soll in den alten Bauunterlagen nachschauen, sich für die Bürger stark machen und nicht allein den Durchreicher spielen." Die grundsätzlich ablehnende Haltung im Bauausschuss sei nicht hinnehmbar, so Ortmann.

Eine Reaktion, die aus Sicht der Bürger nicht unbegründet scheint, denn die Anwohner fürchten im Falle einer Sanierung eine Beteiligung an den Straßenausbaukosten. Das stimme grundsätzlich, meint Elßner, aber angesichts dessen, dass die Jarmstorfer Straße eine Hauptverbindung darstellt, werde dies im Falle einer Beitragsberechnung berücksichtigt. Untätigkeit will sich die Verwaltung allerdings nicht vorwerfen lassen, denn "wie gesagt, ohne die Zustimmung der Straßenbaubehörde dürfen wir rein gar nichts an der Ausschilderung verändern". Folglich müsse bei solch einer Entscheidung alles geprüft werden. Elßner hebt hervor, dass allein in der Gadebuscher Innenstadt täglich 70 Busse inklusive Schülerverkehr fahren, die Märkte an der Radegast per Lastkraftwagen beliefert werden müssen. Das Brummifahrer, die mit Navigationsgerät fahren, wohlmöglich durch die Innenstadt geschleust werden, lasse sich kaum vermeiden.

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