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Mehr Motorräder angemeldet : Japaner bei Frauen hoch im Kurs

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Elke Boye aus Stove bei Carlow liebt das Motorradfahren. Bundesweite Statistik ergab: 896 Frauen lenken eine Maschine im Nordwesten.

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 11:30 Uhr

Motorradfahrende Frauen stehen auf Japaner. Suzuki, Yamaha und Honda stehen als Marke hoch im Kurs, wenn sie sich ein motorisiertes Zweirad zulegen. Und das über Jahre. Denn Frauen sind treu, wenn es um die Motorradmarke geht. Das jedenfalls sagt eine bundesweit angefertigte Statistik. Kaum jemand wechselt zu einem Fabrikat einer anderen Marke, wenn er einmal drauf gesessen hat.

Elke Boye weiß genau, wovon sie redet, wenn sie über ihre Motorräder spricht. Die Frau aus Stove bei Carlow kann sich ein Leben ohne die Zweiräder nicht vorstellen. Schon als Jugendliche nutzte die heute 55-Jährige verschiedene Zweiräder, um zur Arbeit zu kommen. „Erst war es ein Habicht, dann eine Schwalbe. Autos waren zu teuer zu DDR-Zeiten“, erzählt Elke Boye. Auch ein schwerer Unfall ließ die Leidenschaft für die schnellen Maschinen nicht vergehen, wenn auch einige Jahre pausieren. „Mein Mann fuhr früher eine AWO. Die war mir zwar zu schwer, aber so blieb das Motorradfahren immer in Erinnerung“, sagt die Stoverin, die ihre Maschine und Mopeds eher als Gebrauchsgegenstand sieht.

Nicht anders sieht die Gägelowerin Britta Tegler, eine von 896 im Nordwest-Kreis Motorradfahrenden Frauen, ihr Hobby. Sie fuhr lange nur als Sozius auf der Maschine von Mann Jörg mit. Zum 40. Geburtstag machte sie ihren Führerschein, als Ehemann Jörg für ein halbes Jahr auslag. „Ich wollte einfach selbst fahren. Mein Mann hat mich mit dieser Leidenschaft angesteckt“, sagt die 51-Jährige. Seitdem nutzt sie eine Yamaha für Kurzreisen. Erst waren 535 Kubikzentimeter Hubraum ausreichend, seit zwei Jahren fährt sie sogar 1800. Allerdings auf einer Suzuki Intruder. Britta Tegler blieb der ersten Marke zwar nicht treu, doch der Spaß wuchs mit der neuen Maschine. Auch sie nutzt das Motorrad so oft wie möglich, um zur Arbeit nach Gallentin zu kommen. „Manchmal fahre ich nach der Arbeit extra um den Schweriner See, um etwas runter zu kommen“, erzählt die Gägelowerin.

Die Stoverin Elke Boye nutzt ihre heutige Yamaha-Chopper ebenfalls, um kleinere Termine wahrzunehmen. Erst 2002 stieg sie wieder regelmäßig auf das Motorrad. „Wir wollen kein zweites Auto. Und so nehme ich Arzt- oder andere Termine auch schon mal mit dem Motorrad wahr“, erzählt die 55-Jährige. Ihren Traum, mit dem Motorrad bis ans Nordcup zu fahren, wird die Stoverin wohl nicht mehr realisieren. „Dafür muss man viel trainieren, vor allem Sitzfleisch. Das werde ich wohl nicht mehr schaffen“, sagt sie. Doch für kleinere Touren in den Harz reiche es immer noch. Insbesondere deshalb, weil Mann Harry dann mit seiner BMW dabei ist und die Ausfahrt zu zweit einfach schöner ist.

Das sagt auch die Gägelowerin Britta Tegler. Denn Mann Jörg fährt die gleiche Maschine und ist mit dabei, wenn es gemeinsam sogar bis nach Italien geht. „Wir fahren im Jahr etwa 5000 Kilometer. Unsere Italientour war bisher der Höhepunkt“, erzählt Britta Tegler. Das soll die Fahrt allerdings nicht bleiben, denn gerade in dieser Woche sind die beiden wieder aufgebrochen, um Italien per Zweirad zu erkunden.

In Nordwestmecklenburg wächst die Zahl der Motorradfahrer jährlich. Im Vergleich zum Vorjahr haben 249 Männer und Frauen mehr Mopeds und Motorräder angemeldet. Frauen sind zwar mit einem Anteil von 12,9 Prozent der 6959 angemeldeten Zwei- und Dreiräder noch klar in der Minderheit, holen aber Jahr für Jahr auf. Vor allem Maschinen mit 805 Millimeter Sitzhöhe sind beliebt. „Da kann ich ein Lied von singen. Ich kann ein Bein nach dem Unfall auch nicht mehr richtig durchdrücken. Deshalb ist die niedrigere Sitzhöhe optimal“, sagt Elke Boye und sieht kein Grund, ihr Hobby so schnell an den Nagel zu hängen.

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