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Wildwechsel in Nordwestmecklenburg : Jäger warnen vor Blaulicht-Rückbau

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In Nordwestmecklenburg gibt es offenbar Überlegungen Wildwarner an Leitpfosten wieder zu entfernen

Jäger schlagen Alarm: In Nordwestmecklenburg gibt es offenbar Überlegungen, so genannte Blaulichtreflektoren an Leitpfosten wieder abzubauen. Diese Reflektoren sollen das Wild am Überqueren von Straßen hindern und so das Unfallrisiko senken.

„Aus unserer Sicht haben sich diese Reflektoren bewährt“, sagt Nordwestmecklenburgs Kreisjägermeister Ralf Siewert der SVZ. Dort, wo sie montiert worden seien, hätten sich die Unfallzahlen mit Wild verringert – zum Beispiel in den Bereichen Lüdersdorf und Gägelow. Siewert gibt zudem zu bedenken: „Bei Verkehrsunfällen mit Wild können auch Menschen zu Schaden kommen.“

Seit Jahren statten Jäger Verkehrsleitpfosten in Nordwestmecklenburg nach Rücksprache mit der Verkehrsbehörde aus. Das Wild soll von dem blauen Licht, das von der Straße wegreflektiert wird, geblendet werden und diesen Straßenabschnitt meiden.

Von der Wirksamkeit der Reflektoren ist auch der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Nordwestmecklenburg, Renee Pollak, überzeugt. Man habe sich verschiedene Straßen herausgefiltert und sich die Entwicklung der Wildunfälle anhand von Zahlen der Polizei angeschaut. Ergebnis: In den Bereichen, wo die Reflektoren zum Einsatz kommen, sank die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wild um mindestens rund 50 Prozent, so Renee Pollak. Darüber hinaus gebe es vor Ort Erfahrungswerte einzelner Jägerschaften, die ebenfalls einen Rückgang der Unfälle verzeichnen.

Etwa fünf Euro kostet ein blauer Reflektor. Viel Zeit und Geld hätten Jäger also investiert, um die Wildwarner am Straßenrand zu installieren. Übrigens nicht nur in Nordwestmecklenburg und MV, sondern beispielsweise auch in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Die blauen Wildwarnreflektoren sind inzwischen auch ein Thema des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur geworden. Dieses gab eine wissenschaftliche Untersuchung der Wirkungsweise von Wildwarnern bei der Bundesanstalt für Straßenwesen in Auftrag. Hierzu solle insbesondere das technische Wirkprinzip untersucht werden. In einer weiteren Studie solle die physiologischen Eigenschaften der relevanten Tierarten im Hinblick auf die Wahrnehmung von Licht und Lichtreflexen ermittelt werden, so die Bundesanstalt für Straßenwesen.

Beim Landkreis Nordwestmecklenburg sorgte der Warnruf aus der Jägerschaft gestern für Verwunderung. „Wir als Landkreis haben keine Absicht die blauen Reflektoren an Kreisstraßen demontieren zu lassen“, erklärte gestern Kreis-Pressesprecherin Petra Rappen auf SVZ-Anfrage.

 

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erstellt am 27.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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