Tierabfälle in Bülow : Jäger verärgert über Wildfrevler

In dieser Tüte stecken die Überreste eines Wildschweins. Jäger Florian Zahren erstattete Anzeige.
In dieser Tüte stecken die Überreste eines Wildschweins. Jäger Florian Zahren erstattete Anzeige.

Nur wenige hundert Meter von einer Schweinemastanlage wurden der Kopf, das Fell und die Läufe eines Wildschweines illegal entsorgt

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04. Januar 2018, 05:00 Uhr

Einen unappetitlichen Fall hat das Rehnaer Ordnungsamt auf den Tisch bekommen. So erstattete der Bülower Jäger Florian Zahren gestern Anzeige, nachdem Unbekannte die Reste eines Wildschweines illegal entsorgt hatten. In einer weißen Tüte steckten neben dem Fell des Tieres auch der Kopf und die vier Läufe.

„Das ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Schweinerei“, sagte Florian Zahren der SVZ. „Während wir Jäger derzeit wie die Schießhunde wegen der Afrikanischen Schweinepest aufpassen, wird durch solch eine illegale Entsorgung ein möglicher Übertragungsweg geschaffen“, so der Waidmann. Ratten, Füchse, Krähen hätten sich über diese Wildschweinreste hermachen können.

Der Fundort der tierischen Überreste befindet sich nahe einer Verbindungsstraße zwischen Rehna und Dorf Nesow. Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zu einer Schweinemastanlage, wo das Einschleppen des Virus verheerende Folgen haben könnte. Denn die Afrikanische Schweinepest ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit bei Schweinen. Das Virus gilt zudem als äußerst widerstandsfähig und hält sich in unbehandeltem Fleisch, Fleischprodukten, Blut sowie in Räucherwaren bis zu sechs Monate lang. Der Verzehr von infiziertem Schweinefleisch berge für den Menschen selbst allerdings kein gesundheitliches Risiko, betont das Landwirtschaftsministerium.

Bereits seit 2014 breite sich die Tierseuche besonders in Osteuropa aus und bedroht Millionen von Haus- und Wildschweinen. „Inzwischen ist auch Deutschland vom Seuchenzug der Afrikanischen Schweinepest bedroht“, warnt Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Er empfiehlt Jägern inzwischen sogar auf Jagrdreisen in infizierte Gebiete zu verzichten.

Nach dem gestrigen Fund der Wildschweinreste hat Jäger Florian Zahren die fachgerechte Entsorgung in die Wege geleitet. Er kam damit einer Bitte des Amtes Rehna nach, das in Sachen illegaler Entsorgung keinen Spaß versteht. Sollte der Verursacher ausfindig gemacht werden, drohe ihm eine Geldstrafe von 1000 Euro, stellte Bernd Karnatz vom Amt Rehna klar.

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