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Hegegemeinschaft Gadebusch : Jäger stellen ihre Trophäen aus

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wildtier verendete am Weidezaun. Eichen- und Buchenmast sorgt für starke Bestände bei Wildschweinen

von
erstellt am 21.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Wenn ein prächtiger Hirsch vor seiner Zeit verendet, berührt das selbst erfahrene Jäger. Dazu gehört Ralf Maaß, der stellvertretender Leiter der Hegegemeinschaft Gadebusch. In der Runde der Weidmänner schaut er auf ein beeindruckendes Geweih an der Trophäen-Wand des Hegeringes Rieps. Die Trophäe verschwindet teilweise unter einer Perücke aus Stricken. Darin hatte sich das etwa achtjährige Tier im Januar am Rande des Carlower Waldes bei Woitendorf verfangen und stranguliert.

Der Hirsch habe noch gelebt, als der Jäger Bodo Bojdzinski herbeigerufen wurde. Die Verletzungen waren allerdings so stark, dass nicht mehr getan werden konnte, als ihn zu erlösen. „Eigentlich hätte er erst in zwei Jahren überhaupt gejagt werden dürfen“, erzählt Ralf Maaß. Dass der Hirsch unter solchen Qualen starb, geht vermutlich auf das Konto eines Pferdebesitzers, der seine Koppel über den Winter nicht abgebaut und in deren Umzäunung sich das Geweih verheddert hat.

Etwa 100 Weidmänner und eine Weidfrau waren der Einladung zur Jahreshauptversammlung der Hegegemeinschaft Gadebusch in die Feuerwehr Gadebusch gefolgt. Sie bejagen knapp 60 000 Hektar Fläche im ehemaligen Kreis Gadebusch. „Normalerweise sind ein paar mehr Frauen vertreten“, erzählt Doreen Kruse vom Draguner Hegering. Heute jedoch bleibt sie die einzige Frau unter den Männern. Seit 13 Jahren jagt sie selbst. Dabei reize sie vor allem das in der Natur sein und Beobachten und letztlich natürlich auch, wie alle anderen, das Beutemachen. Wie im restlichen Leben auch gehen Frauen und Männer ganz unterschiedlich an die Jagd heran.

Dass die Jagd mit Weitblick erfolgen muss, darüber sprachen die Weidmänner in Gadebusch. Konkret geht es dabei um Hege und Pflege als auch Abschusspläne bei Rot- und Damwild. „Im zurückliegend Jagdjahr betrug die Strecke bei Rotwild 76 Stück. Damwild fiel mit sechs Tieren magerer aus. Es gehört allerdings auch nicht zu den Hauptwildarten im Gebiet“, sagt Ralf Siewert. Einen insgesamt guten Rotwildbestand gebe es in den Revieren Krembz und Rieps.

Stärker entwickelt habe sich zudem der Schwarzwildbestand „Größere Maisschläge sowie eine gute Buchen- und Eichenmast führten dazu“, so Siewert. Strecke gelegt wurden 1630 Wildschweine. Ebenso 1740 Stück Rehwild sowie 50 Hasen. Letztere wurden allerdings nicht komplett bejagt. „Die Hälfte der Tiere kamen bei Wildunfällen im Straßenverkehr um“, sagt Siewert.

Nach wie vor bieten die Jäger aus der Region das Wildfleisch über die Eigenvermarktung zum Verzehr an. Der größere Teil geht allerdings an die Wildtierhändler und wird anschließend vermarktet.  

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