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Wild in Gadebusch und Plüschow : Jäger greifen zum Kochlöffel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zum Auftakt der Wildwochen kredenzen Weidmänner in einem Wald ihre Lieblingsgerichte und werben für ein hochwertiges Lebensmittel

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 04:45 Uhr

Zum Auftakt der Wildwochen in Nordwestmecklenburg hat sich gestern ein Waldstück in Plüschow in ein Kochstudio verwandelt. Jäger und leidenschaftliche Hobbyköche grillten und schmorten dort ihre persönlichen Lieblingsgerichte und machten mit dieser nicht alltäglichen Aktion auf schmackhaftes und gesundes Wildbret aus heimischen Wäldern aufmerksam.

„Es muss nicht immer der klassische Wildschweinbraten oder die Rehkeule sein. Die Vielfalt ist viel größer und so lassen sich zum Beispiel auch Schnitzel, Kotelett und Steaks aus Wildbret schneiden“, sagt Renee Pollak. Er ist Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Nordwestmecklenburg und ist – wie sollte es anders sein – Fan von Wildfleisch. Denn es sei nicht nur hundertprozentig ökologisch, sondern auch sehr eiweißreich sowie fett- und cholesterinarm. „Es hat auch einen niedrigen Energiegehalt und verfügt über wichtige Mineralstoffe für den Blut- und Knochenaufbau“, sagt Pollack.

Was für Verbraucher wichtig ist: Bevor zum Beispiel das Fleisch von Wildschweinen in den Verkehr gelangt, wird es von Tierärzten untersucht. „Erst wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, geht das Fleisch auch in den Verkauf“, verdeutlicht Pollak. Außerdem gebe es den so genannten Wildursprungsschein. „Darauf ist zum Beispiel dokumentiert, wann das Wild erlegt und ob es sofort geborgen wurde oder ob eine Nachsuche notwendig war“, so Pollack.

Was Verbraucher vielleicht nicht wissen: Etwa 40 Prozent des Wildbrets, das in Deutschland in Läden angeboten wird, stamme aus dem Ausland, zum Beispiel aus Neuseeland oder aus Osteuropa. Darauf verweist Ulf-Peter Schwarz vom Kreisjagdverband. Er rät Nordwestmecklenburgern, die Lust auf Wild aus der Region haben, sich an die Jäger vor Ort zu wenden. „Wer keinen Weidmann kennt, kann unseren Kreisjagdverband kontaktieren, wir helfen dann gerne weiter und haben auch das eine oder andere Rezept für ein Wildgericht parat“, so Schwarz. Er selbst schwört zum Beispiel auf Kessel-Wildschweinsuppe (siehe Rezept zum Nachkochen).

Auch Jagdhelfer Thomas Köhler ist ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Er bereitete gestern in dem Kochstudio im Wald eine Frischlingskeule in Limetten-Kokos-Sauce in einem abgedeckten Feuertopf zu und legte nebenbei Rippen und Rehfilet auf das Rost eines Barbecue-Grills.

Seit mehreren Jahren gibt es in Nordwestmecklenburg die Wildwochen. Waren sie sonst im Mecklenburgischen Einkaufszenter (MEZ) in Gägelow eröffnet worden, so wurde der Start wegen Umbauarbeiten im MEZ erstmals in einen Wald verlegt. „Einen authentischeren Ort könnte es dafür kaum geben“, so Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss. Sie hob die enge Zusammenarbeit mit den Jägern in Nordwestmecklenburg hervor. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege und Hege und helfen uns auch bei Problemen wie der Wildschweinplage.“

Ähnlich äußerte sich Christian Baumann vom Kreisbauernverband: „Wir haben nach ersten Drückjagden einen enormen Anstieg der Wildbestände gegenüber dem Vorjahr festgestellt. Wir haben schon jetzt erste Schäden bei Getreidesaaten zu verzeichnen.“ Baumann begrüßte daher die von Landwirtschaftsminister Till Backhaus angekündigte, drastische Reduzierung der aktuellen Schwarzwildpopulation.

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