Stöllnitz : Jäger: Der Wolf war schon hier

Selten und gefährlich? Der Wolf
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Selten und gefährlich? Der Wolf

Heinz Ingram Rudolph stand dem streng geschützten Raubtier in 50 Metern Entfernung gegenüber

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02. März 2015, 21:15 Uhr

Er schleicht durch die Wälder und hat nicht den besten Ruf: der Wolf. Und inzwischen mehren sich die Anzeichen dafür, dass Isegrim auch in Nordwestmecklenburg wieder heimisch werden könnte.

Jäger wie Heinz Ingram Rudolph aus Stöllnitz wundert das nicht. Er und seine Frau haben einen Wolf bereits mehrfach gesehen. In einem Fall standen sich Jäger und Raubtier in einer relativ kurzen Entfernung gegenüber. „Das waren schätzungsweise 50 Meter – bei Mondschein gegen 22 Uhr. Ich hatte mein Fernglas dabei“, erinnert sich Heinz Ingram Rudolph. Dass es sich um einen wildernden Hund gehandelt haben könnte, schließt der Jäger aus. „Wenn es ein Schäferhund gewesen wäre, würde ich nicht darüber reden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Wolf war, liegt bei mindestens 90 Prozent. Damals zog er von Ost nach West. Wenn man eine Linie auf einer Landkarte gezogen hätte, wäre es grob die Richtung Mölln gewesen“, sagt Rudolph.

Bei Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg hatte in der vergangenen Woche ein verhaltensauffälliger Wolf für Aufsehen und eine Diskussion um den Umgang mit den Tieren neu entfacht. Der Wolf riss dort zwei Schafe und soll keine Scheu vor Menschen gezeigt haben.

Ob es sich bei ihm um den im September bei Stöllnitz gesichteten Wolf handelt, ist unklar. Auszuschließen sei dies jedenfalls nicht, meint Rudolph. Für einen Wolf sei eine Entfernung von 60 bis 70 Kilometern kein Problem.

Die Orte, an denen der Stöllnitzer Weidmann den möglichen Wolf gesehen hat, zeigte der 69-Jährige der SVZ. Dabei wies Rudolph auch auf eine Spur hin, die ihn zumindest nachdenklich stimmt. Weitere Jäger wollen nicht ausschließen, dass es der Abdruck eines Wolfes sein könnte. Andere sind skeptisch.

Klar ist hingegen eines: Der Stöllnitzer, der seit 30 Jahren zur Jagd geht, hat Bestandsveränderungen in seinem Revier ausgemacht: „Es gibt nur noch wenig Rehwild hier. Das kann ein Indiz für eine ständige Störung sein.“

Von Panikmache hält der Stöllnitzer nichts. Er legt Spaziergängern nahe, ihre Hunde im Wald an der Leine zu führen. Denn gegen einen Wolf hätte ein Struppi & Co keine Chance.

Meldungen über Wolfssichtungen hat es bereits mehrfach in MV gegeben. Erst vor wenigen Wochen war eine Spur im Schnee bei Zickhusen entdeckt worden, die von einem Wolf stammen soll.

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