Schloss Gadebusch : Irritationen auf dem Schlossberg

Was soll aus dem Gadebuscher Schloss werden. Die SPD-Politikerinnen Nadine Julitz (1.v.r.) und Martina Tegtmeier (4.v.r.) lassen sich das Projekt erklären.
Was soll aus dem Gadebuscher Schloss werden. Die SPD-Politikerinnen Nadine Julitz (1.v.r.) und Martina Tegtmeier (4.v.r.) lassen sich das Projekt erklären.

SPD-Politikerinnen hinterfragen Konzept für Sanierung des Schlosses in Gadebusch

svz.de von
14. April 2018, 16:00 Uhr

Was soll aus dem Schloss in Gadebusch werden? Die verantwortlichen um Projektkoordinator Hans-Christoph Struck werben gerade für ihre Ideen aus dem Schloss ein städtisches Kulturzentrum zu machen. Eine Ausstellung zur Schlacht von 1712 soll darin Platz finden, Vereine könnten hier untergebracht werden, ein repräsentativer Saal für Feiern. Am Donnerstag waren nun zwei Vertreter der SPD-Fraktion zu Gast in der Münzstadt, um über die Ideen und Möglichkeiten zu sprechen. Und schnell kam das Gespräch auf das Thema, das in den vergangenen Tagen für Irritationen gesorgt hat: die Landesmusikakademie.

Das Unternehmen Kultursegel war mit der Idee im Schloss eine solche Akademie zu beheimaten an die Stadt herangetreten. Gute Idee fanden die Verantwortlichen in der Münzstadt. Hans-Christoph Struck erklärte den beiden SPD-Politikerinnen Martina Tegtmeier und Nadine Julitz warum. „Dann hätte das Schloss eine bessere Auslastung und der Kostendeckungsgrad wäre deutlich besser.“

Doch bevor irgendjemand ins Schloss einziehen kann, muss das saniert werden. Das Geld dafür will Gadebusch bei der Kulturstaatssekretärin der Bundesregierung, Monika Grütters, einwerben. Voraussetzung dafür: „Das Land muss kofinanzieren“, sagte Struck. „Deshalb sind sie hier“, wandte er sich an die SPD-Politikerinnen.

Und hier begannen die Irritationen. Nadine Julitz und Martina Tegtmeier trieb die Frage um, ob dafür ein Bekenntnis zur Landesmusikakademie erfolgen muss? Oder anders herum: Gibt es ohne Landesmusikakademie Fördermittel vom Bund? Nach eineinhalb Stunden herrschte mehr Klarheit auf dem Schlossberg. Fördermittel für die Sanierung hängen nicht an der Akademie. „Das wäre nur das Sahnehäubchen“, sagt Struck. „Sanieren müssen wir das Schloss doch so oder so. Mit der Akademie wäre es nur besser genutzt. „Also eine unterstützende Maßnahme“, meinte Martina Tegtmeier. Hans-Christoph Struck und Ingrid Schafranksi wollten vor allem dafür werben, dass das Land die Kofinanzierung übernimmt.

Nicht genug der Irritationen: Eine Aussage des Bildungsministerium sorgte für Kopfschütteln. Anfang der Woche war bekannt geworden, dass das Ministerium der Förderung einer Landesmusikakademie skeptisch gegenüber steht. In Gadebusch fragte sich Ingrid Schafranski, als Vertreterin des Bürgermeisters, warum? „Wir haben noch nicht mal Gespräche dazu geführt. Warum jetzt schon die Absage?“

Der Sprecher des Ministeriums, Henning Lipski, stellt klar: „Es gibt von unserer Seite keine Absage.“ Er habe Anfang April auf eine Presseanfrage reagieren müssen und gesagt: „Das Bildungsministerium fördert jedoch keine Bauvorhaben mit Kulturfördermitteln. Wir fördern Kulturprojekte“, sagte Lipski. Und schiebt hinterher. „Zusätzliche kulturelle Vorhaben und Projekte müssen von den bislang vorgesehenen Kulturfördermitteln finanziert werden. Kommen neue große Projekte hinzu, würden für andere Kulturprojekte weniger Fördermittel zur Verfügung stehen.“

Das Gesprächsangebot für kommenden Dienstag stehe weiterhin, sagt der Ministeriumssprecher. Mit dabei sein wird auch der Landesmusikrat, der schon länger für eine Landesmusikakademie wirbt und Gadebusch für optimal hält.

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