Löwitz : Investoren für Gutshaus nicht in Sicht

Seit Jahren wird für das Gutshaus Löwitz ein neuer Investor gesucht.
Seit Jahren wird für das Gutshaus Löwitz ein neuer Investor gesucht.

Herrenhaus Löwitz sucht seit Jahren nach einem neuen Besitzer / Mindestens 500 000 Euro müssten investiert werden

svz.de von
08. Februar 2014, 00:00 Uhr

Verfallende Geschichte – noch erheben sich in Löwitz die Mauern des beinahe 200 Jahre alten Gutshauses Löwitz. Doch seit Jahren befindet es sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Geld und Konzepte, das Gutshaus für die Nachwelt zu erhalten, sind nicht in Sicht. Und so verfällt das neugotische ehemalige Schmuckstück immer weiter.

Nicolas Gesch ist als Objektbetreuer der Hausverwaltung Müller für das Gutshaus zuständig. Er betont: „Mit Unterbrechungen bieten wir das Gutshaus seit fünf Jahren zum Verkauf an.“ Es gebe viele Interessenten, die sich nach dem Gebäude erkundigten. Der Kaufpreis liege im fünfstelligen Bereich. „Im Schnitt erhalten wir fünf Anfragen pro Woche aus ganz Deutschland und dem Ausland“, so Nicolas Gesch. Doch ernsthaftes Interesse sei nicht dabei. „Viele haben völlig falsche Vorstellungen von dem Gutshaus und sind dann abgeschreckt von dem ruinösen Zustand“, erklärt Nicolas Gesch. Er führt weiter aus: „Die meisten Interessenten denken, dass sie für einen Appel und ein Ei ein Gutshaus kriegen, in das sie direkt einziehen können.“ Es müssten jedoch mindestens 500 000 Euro investiert werden, um das Haus in einen wohnlichen Zustand zu versetzen.

Um die Jahrtausendwende war das ungefähr 1827 erbaute Gutshaus von einem Berliner Investor erworben worden. Die Pläne es zu einem Hotel umzubauen scheiterten jedoch letztendlich. „Andere Projekte kamen dazwischen und Fördergelder zur Restaurierung gab es auch keine“, so Nicolas Gesch. Daher entschloss sich der Eigentümer das Gutshaus wieder zum Verkauf anzubieten. Der Besitzer selbst hatte es bei einer Versteigerung aus dem Besitz der Treuhand erworben, die nach der Wende das Gebäude übernommen und jahrelang nach einem Käufer gesucht hatte.

Zuvor beherbergte das Gutshaus von 1945 bis 1969 einen Kindergarten. Nach einer kurzen Phase als Lehrlingswohnheim diente es dann ab 1972 als Werkküche der ortsansässigen LPG. Daneben gab es noch einen Kultur- und Veranstaltungsraum und ein Hausaufgabenzimmer für Schüler. Bis es schließlich in den vergangenen Jahren so verfallen ist, das nur noch die Grundmauern stehen.

Hans Jochen Oldenburg bedauert den Zustand des Gutshauses. Der Bürgermeister von Rehna betont: „Zur Zeit ist es ein großer Schandfleck. Schade, dass es so marode ist.“ Ein Kauf durch die Stadt kam jedoch zu keiner Zeit in Frage. „Hier wären wohl einige Millionen nötig. Das ist für uns nicht zu stemmen“, so Oldenburg. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich doch noch ein Investor findet. Hans Jochen Oldenburg: „Das wäre ein großer Gewinn für die Region.“

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