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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 21:37 Uhr

Rehna : Investitionen trotz Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hoteliers und Gastronomen müssen seit Januar 8,50 Euro zahlen. Ein Rehnaer Unternehmer will mit innovativen Ideen die Zukunft meistern.

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 23:10 Uhr

Der Mindestlohn hält seit Januar Einzug in einigen Betrieben im Nordwesten. Insbesondere in Hotels und Gaststätten ändert sich damit die Entlohnung der Angestellten. „Kein Problem“, sagt Jürgen Griese, Betriebsleiter des Hotels „Stadt Hamburg“ in Rehna. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten im Haus direkt am Marktplatz wollen er und Inhaberin Cornelia Muuß sich dieser neuen Herausforderung stellen. „Wir zahlen 8,50 Euro und darüber hinaus“, sagt Griese. Grundvoraussetzung sei natürlich, dass sich sowohl Hotelgäste, als auch die Restaurantbesucher wohl fühlen und ein ansprechendes Ambiente vorfinden. Folglich habe das Haus mit seinem Team in den zurückliegenden Monaten viel verändert und investiert. Neue Gasträume, Hotelzimmer und Ausstattung gehören, wie die veränderte Speisekarte, dazu. „Die Durchsanierung war unumgänglich. Dazu gehört die Ausstattung der Zimmer mit einer Klimaanlage sowie noch zu wechselndes Mobiliar“, sagt Griese. Im Sommer wolle er in der Küche weitere Veränderungen vornehmen, einen Grill und einen Lavastein installieren. Nur mit neuen Angeboten könne man die Gäste überzeugen, dafür werben, dass sie wiederkommen. Auch der Innenhof erhielt eine Aufwertung.

Griese und Muuß sind davon überzeugt, dass letztlich nur mit Investitionen der Weg in die Zukunft gelingt. Dabei gehören innovative Ideen, wie der Umbau der hauseigenen Heizung zum Energielieferanten, dazu. „Der Betrieb eines neuen Blockheizkraftwerkes bringt nicht allein neue Technik. Mit der Inbetriebnahme lässt sich über das Jahr eine fünfstellige Summe durch optimale Nutzung von Warmwasser und gleichzeitiger Stromerzeugung sparen“, so Griese. Darüber hinaus plant das Haus die Inbetriebnahme einer eigenen Wäscherei. Eine zusätzliche Stundenkraft wird die hoteleigenen Tischdecken und Wäschepakete reinigen. „Wir haben uns das gut überlegt, denn trotz des zusätzlichen Personals lässt sich auch hier eine weitere fünfstellige Summe im Vergleich zur Fremdvergabe sparen“, so Griese. Diese Art von Management diene nicht dazu, Rücklagen zu schaffen. „Dadurch wird es möglich, vorerst ohne Teuerungsrate Mindestlöhne und darüber hinaus zu zahlen. Nicht zu vergessen, die Weiterentwicklung des Hauses.“ Aktuell arbeiten zwölf Angestellte inklusive Betriebsleitung und zwei Aushilfen im Hotelbetrieb. In diesem Jahr feiert das Hotel „Stadt Hamburg“ sein 48-jähriges Bestehen. Griese und Muuß wollen sich somit auf den großen Geburtstag – 50 Jahre – im Jahr 2017 vorbereiten.

Der Mindestlohn von 8,50 Euro stellt auch weitere Gastronomen und Hoteliers in MV vor neue Herausforderungen, wie Matthias Dettmann vom Deutschen Hotel und Gaststättenverband (Dehoga) verdeutlicht. „Der Mindestlohn ist mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden. So ist zum Beispiel täglich die tatsächliche Arbeitszeit abzüglich der Pausen zu erfassen“, so Dettmann. Nach seinen Angaben geht es in Unternehmen mehr denn je darum, die Arbeit effektiv zu gestalten.

Dem Deutschen Hotel und Gaststättenverband in MV gehören 1400 Mitglieder an. Viele von ihnen fürchten zudem, dass nach der Einführung des Mindestlohns, der Druck auf das Tarifgefüge in ihrer Branche steigen könnte. Soll heißen, dass qualifizierte Arbeitnehmer mit Berufserfahrung nun mehr Geld für ihre Arbeit fordern könnten. 

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