Investitionen rufen Bürger auf den Plan

23-34561427.jpg
1 von 2

von
22. August 2010, 09:57 Uhr

Nordwestmecklenburg | Den Einwohnern von Hanshagen, Wotenitz und Questin stinkt es gewaltig. In den drei Dörfern zwischen Rehna und Grevesmühlen sind eine Putenmastanlage geplant, eine Schweinemastanlage und Windräder. Und das alles innerhalb eines Radius von nur zwei Kilometern, ärgert sich Anwohner Matthias Jankowski. "Es ist ja nicht nur der Verkehr, der einen belastet, sondern auch die ganze Belastung für die Natur und Umwelt. Das Risiko für die Region ist einfach viel zu hoch", sagt Jankowski.

Die Anwohner müssen schon jetzt einiges über sich ergehen lassen. Denn sie haben nicht nur die A 20 vor ihrer Haustür, sondern auch bereits eine Putenmastanlage. Die gehört dem Landwirt Tim Zander, der jetzt eine weitere bauen will. Hanshagens Bürgermeister Hans-Peter Voß hat inzwischen rechtliche Schritte gegen die Pläne des Landwirtes angekündigt. "Wenn ich mir vorstelle, ich komme von Grevesmühlen über die Autobahnbrücke und sehe dann links gleich drei große Ställe, den ganzen Mist, rieche den ganzen Gestank und das Ganze dann 400 Meter Entfernung vom Ortsausgang, dann kann man damit nicht zufrieden sein", sagt Voß.

Bedenken wegen des Gestanks weist Landwirt Zander zurück. "Man könnte die Leute einladen und denen zeigen, wovon wir überhaupt reden und ihnen klar machen dass es nicht riecht", so Zander.

Unterstützung bekommt er vom Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Andreas Manz: "Das Staatliche Amt für Landwirtschaft hat festgestellt, dass keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten sind." Die Gemeinde könne aus rein rechtlicher Sicht, ihr Einvernehmen deshalb nicht versagen.

Stimmt nicht, sagt dagegen Anwohnerin Diana Subat. "Wenn der Wind gut steht und sie die Pforten aufmachen an der Putenmastanlage, dann stinkt das bestialisch und man hält es nicht aus. Selbst die Wäsche zieht den Geruch an", kritisiert Subat. Sie und andere Einwohner sind verzweifelt. Erst vor wenigen Wochen hatte die Firma Kenersys vor ihrer Nase große Windkrafträder aufgestellt. "Es ist so, dass die Produktionsstätte nach Wismar kommt. Das heißt, dass die Gewerbesteuern auch dorthin fließen, die Arbeitsplätze in Wismar entstehen. Bei uns wurde die Umwelt zerstört. Wir haben nichts davon. Nicht einmal der Strom wird für uns billiger", so Subat.

Das Land hat - im Gegensatz zu den Einwohnern von Hanshagen, Questin und Wotenitz - keine Bedenken. Nicht gegen weitere Windräder und auch nicht gegen die Schweine- und die Putenmastanlage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen