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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 05:31 Uhr

Vorsicht : Invasion der Giftchampignons

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Rehnaer Mittelkrug: Hunderte Pilze auf Wiesen und Randstreifen / Pilzverein gibt Tipps zum Unterscheiden

von
erstellt am 08.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Regen und Wärme, so sieht das perfekte Pilzwetter aus. Allerdings ist Vorsicht geboten. Nicht jeder Pilz ist essbar. Zahlreiche giftige Arten sind aktuell zu entdecken. Vor allem der Giftchampignon ist auf den Wiesen im Rehnaer Mittelkrug zu finden.

„Vor wenigen Tagen lockte mich der Hinweis eines Kleingärtners in die Rehnaer Gartenanlage Mittelkrug. Hunderte Champignons (Egerlinge) wachsen dort auf einem gemähten Gartenrasen. Ich sah schon die gestapelten, mit Champignons gefüllten Pilzkörbe vor meinen Augen“, sagt Pilzexperte Torsten Richter. Der Vorsitzende des Rehnaer Pilzvereins nahm die Funde unter die Lupe. Das Ergebnis war ernüchternd. „Es handelte sich nur um die Fruchtkörper des Veränderlichen Karbolchampignons, auch Gift-Champignon (lat. Agaricus xanthoderma) genannt. Dennoch ein beeindruckender Anblick“, so Richter. Der Vereinschef warnt vor Überraschungen wie diese. „Es gab in den vergangenen Jahren immer Vergiftungen mit dem Karbol-Champignon. Es ist ratsam auf wichtige Merkmale hinzuweisen, damit es nicht zu Verwechslungen mit dem giftigen Doppelgänger kommt“, betont Richter.

Wichtigste giftige bei uns vorkommende Champignon-Art ist der Karbolchampignon. Sein Hut ist matt kalkig, aber auch sehr veränderlich bis hin zu bräunlich. Er besitzt eine deutliche Stielknolle, bei Druck und Verletzung werden Huthaut und die Stielbasis sofort chromgelb. Typisch für den giftigen Karbolchampignon ist sein unangenehmer Geruch nach Tinte oder Karbol (Krankenhaus), oft erst beim Erhitzen bemerkbar! Bei Vergiftung mit dem Karbol-Egerling spricht man von einem gastrointestinalen Pilzsyndrom, kurz Störungen des Magen-Darm-Traktes, so Richter.

In den weiteren Merkmalen, wie Hutfarbe und -beschaffenheit, Geruch und Standort sind Champignons jedoch recht verschieden. Immerhin sind weltweit ca. 50 verschiedene Champignon Arten bekannt. Ein gutes Merkmal der essbaren Champignon-Arten sind die leuchtend rosafarbenen Lamellen.

Grundsätzlich und nicht allein für das Sammeln von Champignon gilt: „Luftige Körbe benutzen, da durch die Kombination von Wärme und Feuchtigkeit sich das wertvolle Pilzeiweiß schnell zersetzt und dabei unbekömmliche bzw. sogar giftige Zwischenverbindungen entstehen können“, so Richter. Überalterte Pilze sollten im Wald bleiben, denn diese sind gesundheitsschädlich und können Vergiftungen verursachen.

Bei irgendeiner Form von Unsicherheit sollte man in jedem Falle auf die Pilzmahlzeit verzichten bzw. eine Pilzberatungsstelle aufsuchen, empfiehlt der Vorsitzende des Pilzvereins.

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