zur Navigation springen

Berufsschulleiter schlägt Alarm : Interview sorgt für viel Wirbel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Berufsschulleiter redet Klartext über die Probleme bei der Integration jugendlicher Asylbewerber und löst Diskussionswelle aus

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2017 | 20:05 Uhr

„Berufsschulleiter schlägt Alarm“ titelten wir in unserer gestrigen Ausgabe und sorgten damit für reichlich Wirbel. Bei privaten Nutzern in sozialen Netzwerken im Internet genauso wie bei Politikern und Behörden. Holger Stein als Leiter des Berufsschulzentrums Nord hatte zuvor im SVZ-Interview Klartext über die Probleme bei der Integration jugendlicher Asylbewerber geredet. Die niederschmetternde Bilanz: Sprach- und Disziplinprobleme bei den Jugendlichen auf der einen, zu wenig Unterstützung für die Berufsschule auf der anderen Seite. Von einem Weg in den Beruf sind die meisten ausländischen Schüler am BSZ Nord meilenweit entfernt. Die Perspektive: Empfänger von Sozialleistungen.

Die Reaktionen auf die Aussagen des Schulleiters sind vielfältig. „Respekt. Endlich mal Klartext“, schreibt Jörg Lüth aus Schwerin auf der Facebook-Seite der SVZ. Und auf unserer Internetseite kommentiert Arthur Mogger unter www.svz.de: „So viel Ehrlichkeit und Realitätssinn kann nur von einem Praktiker kommen. Gut so!“

Holger Stein hatte in dem Interview weitreichende Sprachprobleme und daraus resultierende Perspektivlosigkeit bemängelt sowie über Asylbewerber mit weit mehr als 200 Fehlstunden, körperliche Auseinandersetzungen untereinander und Drogenbesitz berichtet.

Naturgemäß ruft dies auch Politiker auf den Plan. Die Fragen, die alle umtreibt: Wer hat da an welcher Stelle versagt? Ist die Integration dieser Jugendlichen gescheitert? Wie verfahren mit jugendlichen Asylbewerbern, die strafbare Handlungen vornehmen? „Ganz klar: Wir müssen mit ihnen genauso umgehen wie wir es mit deutschen Schülern auch tun würden. Anzeige bei der Polizei, Ableistung von Sozialstunden oder was auch immer. Hier darf es keine Unterschiede geben“, fordert Simone Oldenburg, die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. FDP-Landesvorsitzender René Domke fragt sich, wo denn die ganzen Integrationslotsen und Bildungskoordinatoren und was darüber hinaus noch für viel Geld eingerichtet wurde, bleiben würden. Und der asylpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Enrico Komning, erklärt: „Wenn auf unseren Schulhöfen fremde religiöse Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden, darf niemand wegsehen. Hier muss jetzt konsequent durchgegriffen werden. Ich frage mich sowieso, warum solche Gewalttätigkeiten nicht sofort mit einem Schulverweis geahndet werden.“

Die Reaktionen des Landkreises und aus dem Bildungsministerium MV auf das Interview mit dem Berufsschulleiter Holger Stein lesen Sie in der morgigen Ausgabe Ihrer SVZ.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen