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Nordwestmecklenburg erwartet Millionenschäden : Ingenieurbüro soll Zustand der Straßen klären

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Der Winter hat den Straßen in Nordwestmecklenburg zugesetzt. Es wird teuer, so viel steht schon fest. Wie teuer - das kann der Landkreis nicht feststellen. Jetzt soll ein externes Ingenieurbüro den Schaden erfassen.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 06:56 Uhr

Nordwestmecklenburg | Es wird teuer, so viel steht schon fest. Wie teuer - das kann der Landkreis nicht feststellen. Zumindest nicht mit seinem eigenen Personal.

Der lange und kalte Winter hat den Straßen in Nordwestmecklenburg ordentlich zugesetzt. Die Schäden am Straßennetz seien erheblich, erklärte Sprecherin Petra Rappen auf Nachfrage. Genau beziffert werden könnten sie aber nicht. Denn erst nach der Genehmigung des Haushaltes erfolge die Zustandserfassung.

Die Kreisstraßenmeisterei sei zurzeit damit beschäftigt, die Schlaglöcher, Risse und Abplatzungen "nach unseren Möglichkeiten zu reparieren." Das heißt, vor allem notdürftig. Denn um die Löcher zu stopfen, wird ein Kaltmischgut eingesetzt. Zehn Tonnen wurden dafür bislang verarbeitet. Der Baustoff wird von Herstellern als schnelle und kostengünstige Lösung für die Reparatur angepriesen.

Anfang des Jahres hatte der Kreis auf rund 90 Kilometer seines Straßennetzes erhebliche Schäden festgestellt. Damals wurde befürchtet, dass nach dem Ende des Winters deutlich mehr Straßenkilometer betroffen sein könnten. Rund 80 Millionen Euro wurden damals für die Sanierung veranschlagt.

Wie es wirklich um die Straßen des Kreises steht soll nun der Zustandsbericht klären. Er soll in diesem Jahr erscheinen. Denn trotz der angespannten Haushaltslage hat der Landkreis für das Jahr 2013 ein Ingenieurbüro mit der Erfassung des Zustandes des Kreisstraßennetzes beauftragt. Das externe Büro wird nach Aussagen von Landrätin Birgit Hesse innerhalb von zwei Monaten sämtliche Schäden erfassen und die Daten auswerten. Wie hoch die Kosten für die Bewertung des Kreisstraßennetzes sind, ist bislang nicht bekannt. Auf der jüngsten Kreistagssitzung betonte Hesse in ihrem Bericht, dass die Auftragsvergabe für die Erarbeitung des Straßenzustandsberichtes erst nach der Genehmigung des Haushaltes 2013 erfolgen wird.

Jörg Autrum (FDP) wundert sich allerdings über den Einsatz externer Prüfer: "Warum ein Gutachten erstellen lassen, wenn wir eine eigene Straßenmeisterei mit Ingenieuren haben?" Aus seiner Sicht müsste die Straßenmeisterei des Nordwestkreises in der Lage sein, den Zustand der Verbindungsstrecken selbst zu prüfen.

Nein, sagt Kreistagsmitglied Karl-Heinold Buchholz (CDU) und schwenkt auf die Linie der Kreisverwaltung ein. Der Kreis hätte darauf geachtet, dass nicht zu viele Kapazitäten frei bleiben. "Deshalb müssen wir solche Leistungen einkaufen. Das sagt auch Pressesprecherin Petra Rappen auf SVZ-Anfrage. Es fehle der kreiseigenen Straßenmeisterei an Personal, um die Fülle von Aufgaben zeitnah zu realisieren. "Die personellen Kapazitäten reichen nicht aus, um die anspruchsvollen Aufgaben für das 385 Kilometer umfassende Straßennetz zu lösen", so Rappen. Für Buchholz bedeutet das aber zugleich, dass die Kreisstraße durch seine Gemeinde im Abschnitt Groß Molzahn-Stove wieder nicht gebaut wird. Die Verbindung ist knapp fünf Kilometer lang. "Als Bürgermeister sage ich, das ist seit 15 Jahren überfällig." Als Abgeordneter des Kreistag habe er hingegen Verständnis, da er um die finanzielle Situation des Kreises weiß. "Wo soll das Geld herkommen?", fragt Buchholz. Denn das der Kreis kein Geld habe, liege an der Kreisgebietsreform. "Doch das Land ist dabei festzustellen, dass die Reform ins Kontor geschlagen hat."

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