Abwasser : Infotag für Kleingärtner

Heike Grade zeigt einen der 700-Liter-Behälter für Abwasser.
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Heike Grade zeigt einen der 700-Liter-Behälter für Abwasser.

Mitglieder der Kleingartensparte „Theodor Körner“ monieren Verwaltung und organisieren mit Raiffeisen Techniktag am 28. Februar

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15. Februar 2014, 00:00 Uhr

Kein Abwasser darf künftig in den Boden sickern. Eine Umweltvorgabe, die die Kleingärtner der Region jetzt umsetzen müssen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Gartenlauben mit Toiletten und Wassernutzung.

Nach wie vor läuft die Debatte um die Errichtung abflussloser Gruben in den Sparten. Mit einem Informationstag rund um das Thema Abwasser in Kleingärten will das Gadebuscher Unternehmen Raiffeisen Ende Februar verschiedene Lösungswege aufzeigen.

Jörg Raabe, stellvertretender Vorsitzender der Kleingartenanlage „Theodor Körner“ e.V. in Gadebusch, zeigt sich darüber erfreut, denn nicht wenige Besitzer von Parzellen befinden sich im fortgeschrittenen Alter und scheuen die möglicherweise hohen Investitionen und Aufwendungen für die Installationen der Anlagen. Raabe: „Im Durchschnitt sind unsere Mitglieder zwischen 60 und 70 Jahren. Informationen vor Ort und aus erster Hand sind somit hilfreich.“ Letztlich sei es wichtig, dass die Besitzer sich nicht vor unlösbaren Aufgaben stehen sehen und ihren Garten womöglich noch aufgeben.

Heike Grade, Geschäftsführerin der Raiffeisen Handelsgenossenschaft eG Gadebusch und Jörg Raabe wollen mit dem bevorstehenden Infotag die technischen Varianten erläutern. Grade: „Wir haben verschiedene Tanks und die zugehörige Anschlusstechnik vor Ort. Jeder kann sich die verstärkten Kunststoffbehälter anschauen und bei Bedarf solch eine Sammelgrube ordern.“ Größen zwischen 700 und 10 000 Litern stünden je nach Hersteller zur Auswahl. Bei Sammelbestellungen bestehe die Möglichkeit, die Behälter auch mit Technik des Gadebuscher Unternehmens vor Ort zu bringen.

Auch eine gemeinsame Nutzung von Sammelgruben ist technisch machbar, so Grade. Während die Kleingärtner sämtliche Daten mit auf den Weg bekommen, wäre nach Ansicht von Grade eine rechtliche Information durch die zuständige Untere Wasserbehörde ebenso wünschenswert: „Vielleicht gelingt es uns, einen Vertreter zu uns nach Gadebusch einzuladen.“

Ein Punkt, den sich Jörg Raabe seit Jahren wünscht, denn das Desaster mit den Gruben belastet die Arbeit in den Sparten. „Ein Jahr laufen wir aussagekräftigen Informationen hinterher. Irgendwie fühlen wir uns auch von den Behörden im Stich gelassen“, so der Gadebuscher. Statt beim Kreis habe er beim Landwirtschaftsministerium notwendige Unterlagen erhalten. Fest steht: Entweder rüsten die Besitzer der Kleingartenparzellen ihre Objekte mit chemischen Toiletten aus oder eben mit abflusslosen Gruben. Zahlreiche ältere Menschen fühlten sich mit der neuen Verordnung überfordert. „Sie sehen die ,Güllebomber‘ auf den Feldern fahren und müssen für ihre nicht bewohnten Gartenhäuser Gruben installieren“, so Raabe. Das passe nicht zusammen, zumal aus DDR-Zeiten noch biologische Abwasseranlagen den Betrieb weiterführen könnten. Raabe befürchtet, dass bei höheren Auflagen weitere Pächter abspringen. Die Anlage östlich der Bahngleise verfüge über 140 Grundstücke. Knapp 20 Prozent stünden leer. „Ob belegt oder nicht, wir müssen die Pacht an die Stadt abführen. Die neuen Auflagen erleichtern eine Neuverpachtung nicht“, sagt Raabe. Er sei froh mit Heike Grade und Raiffeisen ein heimisches Unternehmen gefunden zu haben, was mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Selbst in puncto Finanzierung zeichne sich eine Lösung ab. „Es besteht die Möglichkeit, die Anlagen in Teilbeträgen zu finanzieren“, so der Gartenfreund.

Die Informationsveranstaltung rund um das Thema Abwasser und Sammelgruben findet am Freitag, 28. Februar, auf dem Gelände von Raiffeisen in der Industriestraße in Gadebusch statt. Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr. Neben den Parzellenbesitzern der Kleingartenanlage „Theodor Körner“ haben auch alle anderen Gartenfreunde der Region die Möglichkeit, sich über die technischen Voraussetzungen zu informieren.


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