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Bürgermeister Uwe Wandel will dem schlechten Ruf entgegen wirken : In Jamel soll ein Baugebiet entstehen

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Neonazis haben den kleinen Ort Jameln in Verruf gebracht. Jetzt wollen das Amt Gägelow und die Gemeinde gegensteuern und planen ein neues Wohngebiet um die Einwohnerstruktur nachhaltig zu verändern.

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erstellt am 29.Jul.2011 | 06:00 Uhr

Jamel | Neonazis haben den kleinen Ort Jameln in Verruf gebracht. Jetzt wollen das Amt Gägelow und die Gemeinde gegensteuern und planen ein neues Wohngebiet um die Einwohnerstruktur nachhaltig zu verändern.

Gägelows Bürgermeister Uwe Wandel hält dieses Projekt für umsetzbar. Er steht auf einem Steg, umgeben von Schilf und blickt auf einen See. Im Hintergrund zwitschern Vögel, bellen Hunde. "Also ich finde, dies ist ein schöner Ort zum Leben. Sicherlich müsste hier einiges gemacht werden, aber bessere Grundvoraussetzungen kann man sich eigentlich nicht wünschen."

Der Ort von dem Bürgermeister Wandel spricht, ist das kleine Dorf Jamel zwischen Grevesmühlen und Wismar. Mit zwei Seen und einem nahe gelegenen Wald - für ihn der schönste Ortsteil der Gemeinde Gägelow mit ihren neun Dörfern. Doch Jamel hat einen schlechten Ruf: Gut die Hälfte der 37 Einwohner gilt als rechtsextrem. Und gerade deshalb will die Gemeinde Gägelow in Jamel

investieren - in ein neues Wohngebiet. "Sicherlich haben wir hier Probleme mit rechtsradikal orientierten Leuten. Aber ich denke mal, dass sich das mittelfristig vielleicht auch verändern wird. Zumindest der Ort so gestaltet werden kann, dass es hier auch für jedermann möglich ist, in Frieden zu leben."

In den 90er Jahren hatte die Gemeinde den Ortsteil Jamel fast aufgegeben. Einen Bebauungsplan nahm sie wieder zurück. Der Grund: In Jamel wollte so gut wie niemand neu bauen. Und wenn es Interessenten gab, spielten die Banken nicht mit, verweigerten Kredite, sagt Wandel. "Weil denen das einfach zu riskant war, weil sie Angst hatten, dass die Bauvorhaben vielleicht nicht zu Ende geführt werden."

Doch jetzt sollen bis zu 13 neue Häuser in Jamel entstehen. Damit hätte sich die Anzahl der Gebäude verdoppelt. Flächen so groß wie zwei Fußballfelder hat die Gemeinde von der Landgesellschaft MV gekauft. Und sie will vielleicht auch das verfallene Gutshaus wieder in Schuss bringen. Noch bietet das einen traurigen Anblick. Das Dach ist undicht, Fensterscheiben zerschlagen und auf dem Grundstück liegen rund 600 Tonnen Bauschutt. Doch Bürgermeister Wandel ist optimistisch, dass auch dieses Problem gelöst wird. Denn anders als in der Vergangenheit, fühlt sich Gägelows Bürgermeister nicht mehr alleingelassen. Land und Kreis haben ihre Unterstützung zugesagt - beim Beseitigen des illegalen Mülls und dabei, den Ruf des Dorfes wieder aufzupolieren.

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