„Gemeinsam Gärtnern“ : In Groß Rünz wird gemeinsam geackert

Biogärtnerin Marie Runge  gibt Tipps zum Gartenbau.
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Biogärtnerin Marie Runge gibt Tipps zum Gartenbau.

Verein „Eschenhof Gemeinsam Gärtnern“ setzt auf Bioanbau und neue Mitglieder

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01. März 2016, 05:00 Uhr

Die einen möchten das schier unendlich wachsende Kraut Vogelmiere aus ihrem Garten verbannen. Die anderen vergeben die Note schmackhaft und kreieren Smoothies daraus, diese grünen, gesunden Vitamindrinks. „Vogelmiere ist einfach lecker und gesund“, sagt jedenfalls Marie Runge. Die junge Frau muss es wissen. Sie ist gelernte Biogärtnerin mit Demeter-Abschluss und staatlicher Prüfung. Gemeinsam mit weiteren 30 Gartenfreunden bereitet sie die neue Saison auf dem Eschenhof Groß Rünz vor. Dieser steht unter der Obhut des Vereins „Eschenhof - Gemeinsam Gärtnern“.

Ein Verein, in dem nicht allein die 30 Mitglieder mitwirken, sondern mehr als 90 Familienmitglieder die Erfahrung vom gesunden Gärtnern schätzen. „Wir sind eine lose Interessengemeinschaft, Menschen, die sich mit der Erde verbunden fühlen und die Kreisläufe der Natur erfahren möchten“, sagt Nicole Bowe. Gemeinsam mit Barbara Nicolic, Andrea Keil und Karin Homann engagiert sie sich im Vorstand.

Oberstes Ziel bleibt die Wiederbelebung des Hofes und das gemeinsame Erleben von Gartenarbeit, der Ernte, dem Verkosten von Obst und Gemüse und den Festen. Damit alles optimal läuft, jeder zur Ernte reichlich Wissenszuwachs sein Eigen nennen kann, leitet Marie Runge die Mitglieder an: „Hier übernimmt jeder für ein Stück Land die Verantwortung.“ Wer Lust hat, im Einklang mit der Natur nachhaltig angebautes Gemüse zu erzeugen, Kultur und gesunde Ernährung fördern möchte, der sei richtig.

Bevor der Saisonstart 2016 auf dem Groß Rünzer Eschenhof überhaupt Früchte trägt, wird gerackert. Ganz nach dem Motto „Viele Leute, viele Hände“, so Vereinsvorsitzende Nicole Bowe. Michael Timmermann aus Roggendorf befreit beispielsweise mit einer Grabegabel die Pastinaken aus dem Winterlager. Eigentlich ist der Bau von Filmkulissen für Kinofilme sein Metier. Heute wolle er sich ein wenig erden, meint Timmermann, lacht und macht sich mit Freude an die Pastinaken.

Drei Tunnelzelte gilt es auf dem Biohof in Groß Rünz vorzubereiten. Darin werden der Boden gelockert, das Saatgut eingebracht bzw. Frühkulturen angelegt. Sven Krengel schaut schnell noch in die Saatguttüte und sagt: „Wir säen Radieschen.“ Er unterstützt Karin Homann bei der Aussaat im Randstreifen des Zeltes. Das sei optimal, meint Runge, denn am Rand sammle sich die Feuchtigkeit, man müsse weniger gießen. Im Nachbarzelt bringt Petra Meyer einen üppig ausladenden Wein in Form, während ein „Tunnel“ weiter das große Pikieren startet.

Unter zahlreichen Schutzhauben arbeiten sich dort die jungen Pflanzen von Feldsalat, Schnittmangold, Stielmus und Spinat ans Licht. „Wir müssen den Winterschutz entfernen, damit die Pflanzen Licht und Sauerstoff bekommen“, sagt Expertin Marie Runge. Somit gibt es reichlich Arbeit in den Tunnelzelten des Eschenhofes. Die empfindet aber niemand als Belastung. Letztlich zählt das Miteinander. Das möchten die 30 Vereinsmitglieder in Zukunft weiter ausbauen. Nicole Bowe: „Einmal wöchentlich, meistens am Sonnabend, treffen wir uns vor Ort . Darüber hinaus gibt es Treffen nach Absprache und jeder kann auch für sich aktiv sein.“ In Bewegung bleiben sei das Motto der Mitglieder im Alter von zwei bis 70 Jahren. „Es sind junge Leute und Lebenserfahrene aus der Stadt und vom Land“, so Bowe.

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