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Flucht und Vertreibung : In Gedenken an das Lager Nesow

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ökumenischer Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Ankunft von Vertriebenen

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Weit über 100 Menschen trafen sich gestern im ehemaligen Lager Nesow, um an dem Ökumenischen Gottesdienst teilzunehmen. Vorwiegend waren es ehemalige Bewohner und deren Nachkommen, die gekommen waren. Die Andacht fand im Gedenken an die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges statt. Ganz konkret ging es aber um die Erinnerung, dass genau an diesem 10. Juli vor 70 Jahren der erste Zug mit ihnen hier ankam. Pfarrer Ferdinand Zerhusen fand gleich zu Beginn die richtigen Worte: „Flucht und Vertreibung bedeuten Schmerz und Leid, Kummer und Verzweiflung. Und manchem stößt es noch heute auf“, so der Geistliche. Er sprach aber auch von dem sich Lösen vom Schrecken jener Zeit sowie dem friedlichen Bewahren der Erinnerung.

Mit den vornehmlich aus den Sudeten stammenden Böhmen-Deutschen, die nach Nesow kamen, kam auch der katholische Glaube und damit auch die Kirchgemeinde in die Region Gadebusch/Rehna. Und nicht nur das: „Ich bin selbst mit drei Mädchen aus dem Sudetenland aufgewachsen und zur Schule gegangen. Wir wohnten im selben Haus und haben einige neue Gerichte kennen gelernt. Wer kannte hierzulande denn schon Knödel?“, berichtet Rehnas Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg, der ebenfalls beim Gedenkgottesdienst anwesend war.

Als Mahnung und Erinnerung an das Lager steht nun am Abzweig des Waldweges dorthin ein Gedenkstein. In den kommenden Tagen wird noch eine Gedenktafel hinzu kommen.

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