Ehemaliges Schützenhaus Gadebusch : Immobilien-Streit flammt wieder auf

Das ehemalige Schützenhaus
Das ehemalige Schützenhaus

Pegasus-Verein fürchtet Verkauf des ehemaligen Schützenhauses in Gadebusch und ruft zu einer Protest-Aktion vor dem Rathaus auf

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09. September 2015, 08:00 Uhr

In Gadebusch droht ein schwelender Streit um die Zukunft des altehrwürdigen Schützenhauses wieder aufzuflammen. Dabei scheint die Sorge der Pegasus-Mitglieder nicht unbegründet zu sein, dass ihr Vereinshaus verkauft werden könnte. Zumal Bürgermeister Ulrich Howest (SPD) einräumt, dass es einen Kaufinteressenten gebe. „Ein Interessent ist auf die Verwaltung zugegangen. Das kann man nicht negieren“, erklärte Howest gegenüber der SVZ.

Ob es sich bei dem Kaufinteressenten um die Residenz Stadtpark GmbH handelt, ließ Howest offen. Er betonte jedoch, dass der Pegasus-Verein nicht heimatlos werde. „Wenn die Stadt sich nach Beratungen für einen Verkauf entschließen sollte, wird vorher klar sein, wo der Verein seiner Tätigkeit nachgehen werden kann. Die Bedeutung des Pegasus-Vereins ist allen Stadtvertretern bewusst.“

Verärgert reagieren Mitglieder des betroffenen Vereins. Sie wollen im altehrwürdigen Schützenhaus bleiben. „Ich sehe keine bauliche Alternative. Die Aula auf dem Schlossberg ist Schrott. Eine Sanierung wäre nur mit einem hohen finanziellen Aufwand durch die Stadt möglich“, sagt Andreas Kruse vom Pegasus-Verein.

Die Verärgerung über mögliche Verkaufsabsichten ist so groß, dass der Verein eine Protest-Aktion vorbereitet. „Wir rufen zu einer Demonstration am Montag, 14. September um 18 Uhr vor dem Rathaus auf. Thema der Demo ist der Erhalt des ehemaligen Schützenhauses als Vereinshaus. Sympathisanten und Mitglieder des Pegasus-Vereins können gerne dazu kommen“, so Andreas Kruse.

An dem Montag kommen Gadebuscher Kommunalpolitiker zu einer turnusmäßigen Stadtvertretersitzung zusammen. Schon heute soll der Kultur- und Sozialausschuss um 19 Uhr im Rathaus beraten. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung soll das Thema altes Schützenhaus eine Rolle spielen.

Mit scharfer Kritik hat die stellvertretende Bürgermeisterin und CDU-Fraktionschefin Ingrid Schafranski auf die möglichen Verkaufsabsichten reagiert. „Man versucht aus meiner Sicht mit einer Überraschungstaktik einen Verein vor die Tür zu setzen und ein Stück Kultur zu zerstören.“ Die vergangenen Monate seien wohl nur die Ruhe vor dem Sturm gewesen. „Die Sommerpause wurde offenbar dazu genutzt, um Fakten zu schaffen, ohne dass mit dem Verein auf Augenhöhe gesprochen wurde. Das Ganze ist ein Beitrag zur Politikverdrossenheit“, kritisiert Ingrid Schafranski. Als „unsauber“ bezeichnet auch Stadtvertreter Günter Blankenberg von der Gadebuscher Bürgergemeinschaft, was in den vergangenen Wochen in Sachen Schützenhaus gelaufen sei. „Mir geht es darum, dass die Mehrheit der Stadtvertreter zu ihrem Versprechen steht, wonach das ehemalige Schützenhaus ein Haus für Vereine bleibt, bis eine für alle Seiten akzeptable Alternative gefunden ist“, verdeutlicht Blankenberg. 

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