Frachter „Laska“ wird abgeschleppt : Im Schlepptau nach Kaliningrad

<fettakgl>Die unbesetzte 'Laska'</fettakgl> verlässt im Schleppverband den Wismarer Hafen. Der Rostocker Schlepper 'Fairplay II' gibt achtern während der Revierfahrt Assistenz. <fotos>Zeigert</fotos>
1 von 2
Die unbesetzte "Laska" verlässt im Schleppverband den Wismarer Hafen. Der Rostocker Schlepper "Fairplay II" gibt achtern während der Revierfahrt Assistenz. Zeigert

Nach einer Zwangspause von fast zwei Monaten im Hafen von Wismar, wird der 90 Meter lange Fahruntüchtige Frachter „Laska“ mit dem Hochseeschlepper "Norsund" nach Kaliningrad geschleppt.

svz.de von
18. März 2013, 10:36 Uhr

Wismar | Fast zwei Monate lag der Frachter "Laska" nicht fahrtüchtig und untätig im Wismarer Hafen. Jetzt wurde er von Schleppern an den Haken genommen. Ziel des manövrierunfähigen und unbesetzten Frachters ist ein Reparaturdock in Kaliningrad.

"Uns allen fällt natürlich ein Stein vom Herzen, denn es gibt genug Beispiele, wie sich so etwas zu einer endlosen Geschichte entwickeln kann", zeigt sich gestern Wismars Hafenkapitän Harald Forst sichtlich erleichtert. Vorsorglich hatten seine Mitarbeiter schon im Fall der Fälle einen Plan B entwickelt. "Wäre das Objekt tatsächlich zum Geisterschiff geworden müssten wir Maßnahmen zum Verholen des Schiffes auf einen möglichst wenig benutzen Liegeplatz ergreifen, wo es nicht den Hafenablauf behindert." Doch dies blieb nun allen erspart.

Rückblende: Seit Mitte Januar lag der knapp 90 m lange Frachter "Laska" fest vertäut an der Stockholm-Pier. An die Kette gelegt, sagt der Fachmann in einem solchen Fall, wenn es Probleme mit ausstehenden Verbindlichkeiten gibt, oder aber das Schiff nicht die Anforderungen an die international vorgeschriebene Seetüchtigkeit erfüllt.

Letzteres war der Fall, nachdem der Frachter sich aufgrund von Auffälligkeiten einer so genannten Hafenstaat-Kontrolle durch dafür zuständige Organe unterziehen musste. Ein Fachleute-Team wurde fündig und beauflagte den in Klaipeda (Litauen) ansässigen russischen Reeder entsprechenden Reparaturmaßnahmen zu veranlassen, um den geforderten, internationalen Sicherheitsstandard wiederherzustellen. Da dies in Wismar offensichtlich nicht möglich war, arbeitete man an einer anderen Lösung, das Abschleppen in Richtung Kaliningrad. Dies übernahm der russische Hochseeschlepper "Norsund". Der russische Kapitän und seine sechsköpfige Crew zeigten sich kurz vor Abfahrt zuversichtlich, mit ihrem 31 Meter langen "Kraftpaket" von 2000 PS den Einsatz innerhalb von drei Tagen meistern zu können. Die "Fairplay II" der gleichnamigen Rostocker Reederei gab zusätzliche Assistenz.

Für den Hafenkapitän hätte es weit schlimmer kommen können. Letztendlich habe sich dank intensiver Kommunikation in einem relativ vertretbaren Zeitraum eine einvernehmliche Lösung gefunden. "Was am 23. Januar begann, hat nun ein gutes Ende genommen, so dass für uns die Akte "Laska" geschlossen werden konnte", so Forst. Am Rande des Geschehens freute sich der Wismarer Angler Rüdiger Queda, der die Aktion im Hafen beobachtete: "Gott sei dank wird damit unsere beste Angelstelle jetzt wieder frei." Der Hering lässt zwar noch etwas auf sich warten, aber es soll bald losgehen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen