Roggendorf : Ihre Bühne ist die Straße

Zum Abschluss der Filmpremiere gab es in Roggendorf noch einen Sekt. Mit bei der Vorführung waren fast alle am Film beteiligten Jugendlichen.
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Zum Abschluss der Filmpremiere gab es in Roggendorf noch einen Sekt. Mit bei der Vorführung waren fast alle am Film beteiligten Jugendlichen.

Seit 17 Jahren macht die verbundene Kirchgemeinde Roggendorf, Gadebusch und Groß Salitz Straßentheater in Frankreich

svz.de von
06. Juli 2018, 12:00 Uhr

Eine tolle Sache – so bewertet Roggendorfs Bürgermeister Rico Greger das Projekt „Straßentheater Avignion/Taizé“ der evangelischen Kirche, das bereits seit vielen Jahren in Roggendorf – und Frankreich – läuft. Am Dienstagabend präsentierte der Gemeindepädagoge der verbundenen Kirchgemeinde Gadebusch, Roggendorf und Groß Salitz, Steffen Nowack, den Gemeindevertretern Roggendorfs einen Dokumentarfilm über das Wirken des Straßentheaters. Reichlich emotional, zeigte er zuvor noch eine auf dem Anrufbeantworter hinterlassene Nachricht einer Mutter. „Ich soll von meiner Tochter ausrichten: Steffen, höre bitte nicht damit auf, Menschen glücklich zu machen.“ Das Projekt hatte bei dieser jungen Dame Wirkung. Und eben jene Wirkung wollte der Gemeindepädagoge darstellen. „Es ist schwer zu vermitteln, was dort passiert ohne dass man das Ergebnis sieht“, sagt er. Dieses werde schließlich nur in Frankreich gezeigt. „Die Überlegung, es hier zu zum Beispiel einem Dorffest zu zeigen, haben wir verworfen.“ Einer der Teilnehmer hatte den Nagel auf den Kopf getroffen: Straßentheater lebt nur auf der Straße und auch nur dann, wenn die Motivation stimmt. „Ein, zweimal kann man das Stück vorspielen. Dann ist es leergelutscht“, so der Teilnehmer.

Alle zwei Jahre hat Steffen Nowack das Straßentheater organisiert. Gefördert wird es vor allem für Jugendliche aus sozial schwachen Familien. „Geld sollte nie der Grund sein, warum nicht teilgenommen wird“, so der Gemeindepädagoge. Insgesamt neun Projekte hat er schon erlebt, bis 2020 soll es das zehnte geben – und dann ist Schluss. „Darum werbe ich aktuell auch dafür, dass wir das letzte Projekt als professionelle Dokumentation begleiten. Auch mit Ausschnitten aus all den Jahren.“ Für eine derartig aufwändige Gestaltung braucht Steffen Nowack aber viele Sponsoren. „Der Landkreis ist zumindest nicht abgeneigt.“ Aber dennoch werden Unterstützer nötig sein.

Ein Theaterprojekt dauert insgesamt sieben Monate, verteilt auf 28 Tage. „Workshops finden hier in Roggendorf statt, daher wollen wir uns bedanken, dass uns die Gemeinde so sehr unterstützt in all den Jahren“, sagt Steffen Nowack. Das Projekt sei sinnig und für die Jugendlichen nachhaltig. Gerade darum sei es so wichtig, dass die Unterstützung bleibt. „Ich kann nicht verstehen, warum zum Beispiel das Land uns die Unterstützung kürzt, wenn das Projekt erwiesenermaßen so gut bei den Jugendlichen ankommt“, so der Gemeindepädagoge.

Die Rückmeldungen: positiv. „Ich bin das erste Mal dabei und stark begeistert. Ich finde es ist eine schöne Idee und es macht Spaß dort mitzuwirken“, sagt Dennis Clasen, der 2017 zu dem Projekt stieß. Auch Rico Greger ist begeistert. „Das hatte ich so nicht erwartet. Es hat mich aber sehr gefreut, weil es wirklich ein sehr schönes Projekt ist“, sagt der Bürgermeister. Die Unterstützung soll nun auch für das letzte Straßentheater-Projekt nicht ausbleiben. Tore Degenkolbe

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