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Tag der Architektur : Ideen für das Stadion gesucht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

In Wismar wird der bundesweite Tag der Architektur an einem besonderen Ort gefeiert – im Kurt-Bürger-Stadion

Wie geht es weiter mit dem Wismarer Kurt-Bürger-Stadion? Diese Frage richten die Architekten und Planer der Architektenkammergruppe Wismar/ Nordwestmecklenburg am kommenden Sonnabend ganz direkt an die Menschen in Wismar und der Region. Sie wollen bewegen. „Architektur bewegt“ lautet das Motto des diesjährigen bundesweiten Tages der Architektur an diesem Wochenende, 28. und 29. Juni. Das Credo wird in Wismar sehr ernst genommen mit dem ungewöhnlichen Ort. 

Die Frage, wie es weiter gehen könnte im Stadion, beantworten Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Kurs „Digitale Fotografie“ der Medienwerkstatt im Filmbüro bewusst provokativ. Sie zeigen augenzwinkernd ihre Zukunftsszenarien. Dank digitaler Bildmanipulation machen sie das Stadion zum Schwimmbecken, Parkplatz oder zur Minigolfanlage beispielsweise. Die kleine Bildausstellung wird am Samstag gezeigt, dazu historische Bilder in den Katakomben des Stadions.
„Beweg Dich und beweg was!“ heißt es so am Sonnabend, 28. Juni, von 15 bis 18 Uhr im Stadion. Und schon im Vorfeld haben die Organisatoren einiges bewegt. „Bemerkenswert, was die Aktion schon ausgelöst hat“, kommentierte Bürgermeister Thomas Beyer die Putzaktion der Fußballspieler vom „FC Anker“. Nachdem die Organisatoren und Helfer vom Tag der Architektur das teils kniehohe Unkraut zwischen den Sitzreihen im Stadion zupften, zogen die Sportler nach. „Solche Aktionen transportieren den Gedanken: Das ist unser Stadion“, so der Bürgermeister.

Genau diesen Gedanken wollen die Organisatoren des Tages wecken. Kurt Michael Herrmann von der Kammergruppe: „Wir brauchen Hilfe von überall her, wenn wir der Meinung sind, wir wollen das Stadion erhalten.“ Denn für die Stadt ist mit dem Betrieb der großen Sportanlagen dort – Stadion und Kunstrasenplätze daneben – einiges zu wuppen. Alleine 175 000 Euro pro Jahr an Betriebskosten. „Die Vereine, die die Anlagen nutzen, können natürlich nur einen Bruchteil davon tragen“, so Bürgermeister Beyer. Die Stadt investiert in den Erhalt, beispielsweise derzeit in die Entwässerung. Aber die Organisatoren des Tages fragen provokant: „Brauchen die Wismarer das Stadion? Wollen sie es noch?“ Denn es wird – vergleichsweise – wenig genutzt. So sollen die Wismarer ihre Ideen zur Nutzung des Stadions aufschreiben oder in die Videobox vor Ort sprechen. Und sie sollen sich bewegen. Eine Runde laufen, ein Tor schießen unter dem Motto „Dreh Deine Runde für die Zukunft unseres Stadions“. Und die kann jeder drehen, egal ob langsam gehend oder schnell sprintend. Viele Rollstuhlfahrer haben sich schon angemeldet, weil ein Partner der Aktion der Beirat für Menschen mit Behinderungen in Nordwestmecklenburg ist. So ist Eingang zum Stadion und zum Fest an diesem Tag das Marathontor.

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erstellt am 27.Jun.2014 | 12:00 Uhr

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