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Feuerwehren in Nordwestmecklenburg : Hunderte Helfer warten auf Lehrgang

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreiswehrführer Torsten Gromm schlägt Alarm

von
erstellt am 26.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Der oberste Brandschützer in Nordwestmecklenburg, Torsten Gromm, schlägt Alarm und weist auf Probleme bei der Ausbildungssituation von Feuerwehrleuten hin. Dabei nimmt er Bezug auf die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow. Dort seien zwar im vergangenen Jahr 123 Kameraden aus Nordwestmecklenburg ausgebildet worden. „Diese 123 Lehrgangsplätze sind für unseren Kreisfeuerwehrverband aber entschieden zu wenig und decken nicht im geringsten den Bedarf“, sagte Gromm auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Grevesmühlen. So stünden derzeit weitere 300 Feuerwehrleute aus Nordwestmecklenburg auf Wartelisten, um Lehrgänge an der Landesschule absolvieren zu können.

Sollte sich die Situation an der Landesschule in der nächsten Zeit nicht gravierend ändern, befürchtet Gromm enorme Probleme bei der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren. „Schon heute sind in einigen Feuerwehren wichtige Funktionen nicht gesetzeskonform besetzt“, kritisiert Gromm.

Was das in der Praxis für Folgen haben kann, verdeutlichen Feuerwehrleute aus der Region Gadebusch und Rehna: Sie befürchten, dass Kameraden im Einsatzfall in Situationen gedrängt werden könnten, für die sie nicht ausgebildet seien. Laufe dann etwas schief, könnten die Verantwortlichen im schlimmsten Fall vor den Kadi gezerrt werden.

Die Kritik aus Nordwestmecklenburg lässt der Leiter der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz, Johannes Schuldt, nicht unbeantwortet. Er verweist auf inzwischen gestellte Weichen, damit wieder mehr Lehrgangsplätze angeboten werden können. In diesem Zusammenhang wurden bereits drei von vier neu bewilligten Stellen 2016 besetzt. Die Landesschule setzt zusätzlich auch auf externe Dozenten.

Es gehe nach einem Einschnitt in 2015 also mittlerweile wieder nach oben. So konnten im vergangenen Jahr 350 Führungskräfte statt zuvor 229 geschult werden. „Auch für 2017 ist ein Anstieg zu sehen“, sagte Schuldt. So sollen 476 Führungskräfte unterrichtet werden. Dieser positive Trend soll 2018 fortgeführt werden.

Noch in diesem Jahr sollen auf Kreisebene die Ausbildungsmöglichkeiten erweitert werden. So wird aktuell ein Brandübungscontainer am Standort Warin gebaut. Für dieses Projekt werden nach Angaben des Landkreises 425 000 Euro investiert. Die Einsatzkräfte sollen darin unter realitätsnahen und kontrollierbaren Bedingungen den Umgang mit Technik und Schutzbekleidung üben. Die Fertigstellung ist im Sommer geplant.

 

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