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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. August 2017 | 23:38 Uhr

Nesow : Hundeosteopathie-Seminar in Nesow

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Alternative Heilmethoden auf dem Storchenhof Circonia. Neun Hundebesitzer lernten, Verspannungen bei ihren Tieren zu entdecken

Lieselotte liegt auf der Seite. Die Hände von Tierosteopathin Ines Miller suchen sanft nach Verhärtungen und Schmerzpunkten. Da hat Lieselotte einiges zu bieten: Die Dobermann-Mischlingshündin hat seit einem Unfall nur noch drei Beine. „Das führt zu Fehlbelastungen, die den ganzen Körper verändern“, erklärt Miller den sechs Teilnehmern. Mit von der Partie: Neun Hunde, die trotz der Enge der alten Tenne friedlich nebeneinander auf ihren Decken Platz genommen haben.

Osteopathie, erklärt die gebürtige Bayerin, spürt Verspannungen auf, lockert Verklebungen der Muskulatur, macht Gelenke wieder beweglicher. „Ein möglichst korrekter Bewegungsablauf ist enorm wichtig und die beste Vorsorge, nicht nur gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates.“ Besondere Bedeutung habe die Früherkennung, denn sei der Schaden erst einmal da, so Miller, könne die Behandlung nur noch Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Die Osteopathin hat sich nach einer breit gefächerten Ausbildung spezialisiert auf den Bewegungsapparat. Seit einem Jahr betreibt sie ihre Praxis in Kneese und behandelt große und kleine Patienten bei Bedarf auch vor Ort.

Wie steht es um den eigenen Hund, ist er gerade oder schief, sind die Gelenke korrekt beweglich, sind die Muskeln gleichmäßig ausgeprägt? Eifrig wird notiert und geübt. Die Seminarteilnehmer lernen auf leichte Unregelmäßigkeiten im Bewegungsablauf zu achten, durch Abtasten der Muskeln verborgene Fehlbelastungen ihres Hundes zu erkennen. Ines Miller: „Vielem kann durch einfache Übungen und Maßnahmen vorbeugt werden. So lassen sich größere Schäden oft gut vermeiden.“ Der Körper, erläutert die Wahl-Kneeserin, sei ein System, alles sei mit allem verbunden. Darum könnten Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat sogar zu Organproblemen führen. Und umgekehrt.
Unter der Anleitung von Miller beginnt Annemarie Boeck aus Schwerin ihre Lieselotte mit anderen Augen zu sehen, fühlt, welche Muskeln verhärtet sind, wo Schmerzen sitzen. Für zuhause gibt es ein paar Gymnastik-Übungen mit auf den Weg. „Eine fachkundige Behandlung können sie nicht ersetzen, aber sie lindern“, meint Miller.

Prävention auf der einen, Schadensbegrenzung auf der anderen Seite sind die beiden tragenden Säulen der Osteopathie. Frida, das Erdbebenopfer aus Italien zeigt deutliche Anzeichen einer Schieflage. Waldtraut, die 14-jährige Staffordshire-Mix-Hündin, wurde mit vier Monaten vom Vorbesitzer an die Wand geworfen und leidet seitdem unter schwersten Spätfolgen der Misshandlung. Bei Border-Collie-Mischling Susi wurden Knochen und Gelenke durch erhebliches Übergewicht geschädigt. „Es ist toll, wie hier auf die Schwierigkeiten der einzelnen Hunde eingegangen wird“, freut sich Teilnehmerin Annemarie Boeck, während die Hunde das sanfte Strecken und Beugen, das suchende Abstreichen und Tasten der Untersuchung, das entspannende Massieren von Bauch oder Rücken genießen.

Monika Reh, die Menschen und Hunden den Raum auf ihrem Storchenhof zur Verfügung stellte, will eigentlich nur kurz reinschauen. Dann ist die Besitzerin dreier Hunde so gefesselt, dass sie mit Leonberger-Mix „Schröder“ bis zum Ende dabei bleibt. „Ich konnte mir anfangs nichts darunter vorstellen, für mich war das Thema völlig neu.“ Das würden wohl auch die Hunde sagen, wenn sie könnten.





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erstellt am 13.Jan.2014 | 00:00 Uhr

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