Tierisch gut : Hündin Luna rettete Rentner das Leben

Ein gutes Team: Daniela Lieske mit ihrer fünfjährigen Labrador-Hündin Luna bei der Ausbildung. Beim Einsatz im Dümmer spürte Luna den vermissten 86-Jährigen auf.
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Ein gutes Team: Daniela Lieske mit ihrer fünfjährigen Labrador-Hündin Luna bei der Ausbildung. Beim Einsatz im Dümmer spürte Luna den vermissten 86-Jährigen auf.

Erfolgreiche Suchaktion in Dümmer dank ehrenamtlicher Helfer mit ihren Tieren

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03. Dezember 2014, 00:28 Uhr

„Was die Frauen und Männer mit ihren Hunden leisten ist toll. Ohne deren Einsatz wäre wohl jede Hilfe zu spät gekommen.“ Annett Greskamp vom Pflegeheim „Haus am Dümmer See“ ist froh über den glücklichen Ausgang der Suchaktion in der Nacht zu Montag (SVZ informierte). Ein 86-jähriger Bewohner war nur leicht bekleidet ins Freie gelaufen. Den Weg zurück fand er nicht mehr. Der orientierungslose Senior zog sich bei den Minusgraden starke Symptome einer Unterkühlung zu. Gerade noch rechtzeitig fand ihn ein Team ehrenamtlicher Helfer der Rettungshundestaffel Nordelbe an einem kleinen Waldstück in Nähe des Pflegeheimes.

„Das waren Daniela Lieske mit ihrer fünfjährigen Labrador-Hündin Luna und Anja Butzkowsky-Schröder als Suchgruppenhelferin“, berichtet Fred Schmedemann. Der Lehmkuhlener war mit seiner Hündin Merle ebenfalls in Dümmer. Sie suchten die Kellerräume der Gebäude ab. Das Dreierteam um Luna wurde in Richtung des Waldstücks geschickt. „Das ist ein typischer Ort, an dem vermisste Personen Schutz suchen“, erzählt Schmedemann. Das war auch dieses Mal so. Luna brauchte nur 15 Minuten, um vom Heim zur Fundstelle zu gelangen. „Unsere Hunde nehmen die Witterung von Menschen auf“, erläutert Schmedemann. „Sie suchen aber nicht nach einer konkreten Duftmarke, sondern spüren mit Hilfe ihres Geruchssinns jede Person auf.“ Einen Meter vor der gesuchten Person bleibt der ausgebildete Suchhund stehen und verbellt sie. Dann übernehmen die menschliche Helfer, von denen mindestes zwei zum Team gehören. „Das hat alles super geklappt“, blickt Fred Schmedemann zurück. „Wir mussten unser drittes Team gar nicht mehr losschicken.“

Die Helfer von der Rettungshundestaffel Nordelbe waren von der Polizei nach Dümmer gerufen worden. Die Beamten hatte schon zuvor nach dem Vermissten gesucht – ebenfalls mit einem Suchhund. Doch da das erfolglos war, wurde die Verstärkung gerufen. „Wir arbeiten nicht nur mit der Polizeidirektion Rostock, sondern auch mit der Schweriner Berufsfeuerwehr und dem Katastrophenschutz Nordwestmecklenburg und Hundestaffeln anderer Vereine zusammen“, so Schmedemann. Der Verein Nordelbe unterhält deshalb eine Anlaufstelle in der Region – bei Fred Schmedemann in Lehmkuhlen.

Die ganze Truppe ist ein Team ehreamtlicher Helfer, das in Schleswig-Holstein und Westmecklenburg zum Einsatz kommt. Derzeit sind es 20 Mitstreiter mit 22 Hunden. Zwei- und Vierbeiner sind für diese Einsätze bestens ausgebildet. In der Regel wird zweimal pro Woche trainiert. Voraussetzung zum Mitmachen ist bei den Vierbeinern die bestandene Begleithundeprüfung. Und nach zwei, zweieinhalb Jahren Training steht die Spezialprüfung an. Beim Verein Nordelbe sind große und kleine Hunde, auch ganz unterschiedlicher Rassen zu finden. Die Tiere können auf der freien Fläche und im Wald Menschen aufspüren, aber auch unter Trümmern. Hinzu kommt die Ausbildung in der Wasserortung. Die Zweibeiner sind ebenfalls ausgebildete Helfer, nicht nur in der medizinischen Erstversorgung, betont Schmedemann. Insgesamt hat die Rettungshundestaffel Nordelbe 15 bis 20 Einsätze im Jahr. In Dümmer waren es jetzt innerhalb von drei Monaten zwei. Und beide erfolgreich.

Wer Helfer und ihre Hunde unterstützten möchte, kann dies derzeit bei einem Bummel auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt tun. An der Ecke Helenenstraße/Mecklenburgstraße verteilen sie gelegentlich Flyer und sammeln auch Spenden.

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