Tierschutz Roggendorf : Hühner bekommen ihre zweite Chance

Tierheimleiterin Meike Jaworski (M) übergibt mit ihrer Mitarbeiterin insgesamt fünf „ausgediente“ Legehennen an ihren neuen Besitzer, Steffen Pirl. Der ist mit Lebenspartnerin Grit Rieck bis aus Fuhlendorf in der Nähe von Barth angereist.
Tierheimleiterin Meike Jaworski (M) übergibt mit ihrer Mitarbeiterin insgesamt fünf „ausgediente“ Legehennen an ihren neuen Besitzer, Steffen Pirl. Der ist mit Lebenspartnerin Grit Rieck bis aus Fuhlendorf in der Nähe von Barth angereist.

Roggendorfer Tierheim übergibt ausgestallte Legehennen an ihre neuen Besitzer / Aktion läuft über den bundesweit aktiven Verein „Rettet das Huhn e.V.“

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07. Januar 2018, 21:00 Uhr

Nur etwa eine halbe Stunde hat es gedauert, dann war alles vorbei – insgesamt 40 ausgestallte Legehennen hatten ihre neuen Besitzer. „Wir machen das in Zusammenarbeit mit dem Verein Rettet das Huhn, die regelmäßig neue Besitzer für diese Tiere suchen, damit die nicht im sonst üblichen Zyklus der industriellen Eierproduktion getötet werden“, erklärt Tierheimleiterin Meike Jaworski, die selbst in dem bundesweit tätigen Verein Mitglied ist.

Bereits zum dritten Mal nimmt das Tierheim Roggendorf als einziges im Land an so einer Aktion teil, doch zum ersten Mal werden die Legehennen nicht erst hier untergebracht und dann vermittelt (die SVZ berichtete), sondern gleich an ihre neuen Besitzer übergeben. Acht sind es diesmal, unter denen die Legehennen aufgeteilt werden.

Grit Rieck und Steffen Pirl sind bis aus Fuhlendorf in der Nähe von Barth nach Roggendorf gekommen – zweieinhalb Stunden Autofahrt haben sie dafür auf sich genommen. „Wir machen das aus Liebe zu den Hühnern“, sagt Grit Rick und formt mit ihren Fingern ein Herz. „Auch unsere beiden Kinder, zwei und vier Jahre alt freuen sich schon darauf. Sie sammeln schon fleißig Eier“, berichtet die junge Frau. Das Paar ist schon erfahren im Umgang mit solchen Legehennen, hat bereits andere aus fragwürdigen Haltungsformen zu Hause. „Wir hatten auch schon welche über den Verein Rettet das Huhn. Aber die hatten wir damals noch aus Kiel geholt, weil der Verein hier in MV noch nicht aktiv war“, berichten beide. Diesmal nehmen sie fünf Hennen mit nach Vorpommern.

Diese Ausstallaktion begann heute Früh gegen 3 Uhr. Insgesamt 779 Legehennen eines Eierproduzenten mit Freilandhaltung in Niedersachsen wurden auf ihren Gesundheitszustand kontrolliert und anschließend in 10-er Boxen verstaut. „Man macht das so früh, weil die Tiere dann noch in ihrer Ruhephase sind und nicht so gestresst werden“, erklärt Meike Jaworski. Das dauerte etwa bis 6 Uhr. Dann sind die Legehennen mit speziellen Hühnermobilen in alle Richtungen verteilt worden: nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Bremen und innerhalb Niedersachsens.

Ein Transport ging nach Hamburg. Von dort wurden die Tiere auch nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verteilt. „Wir haben unsere 40 Hennen um 11 Uhr in Hamburg abgeholt und um 13.30 Uhr sind alle bei ihren neuen Besitzern“, freut sich Jaworski.

Die Hennen seien diesmal in einem sehr guten Zustand gewesen.

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