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Gadebusch : „Holzmichel“ soll Raser zur Vernunft bringen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Anwohner der Jarmstorfer Straße wollen ein Ende der Raserei vor ihrer Haustür

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 00:35 Uhr

Während Autofahrer einem Dauerfeuer von Radar und Laser bei einem Blitzer-Marathon ausgesetzt waren, wollen Gadebuscher auf ihre Weise Temposünder zur Räson bringen. Statt in ihrer Stadt teure Radartechnik aufzustellen, platzierten sie beispielsweise in der Jarmstorfer Straße einen farbenfrohen etwa 1,40 Meter „Holzmichel“. Exakt an der Stelle, wo ein Verkehrsschild steht. Das rothaarige Holzmännchen schenkt Autofahrern ein Lächeln und reckt seinen linken Arm in Richtung des Tempo-30-Schildes.

Mit der aufgestellten Figur wollen Jarmstorfer an die Vernunft von Autofahrern appellieren, sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu halten. Eine Aktion, die auch Stadtvertreter wie Günter Blankenberg von Gadebuscher Bürgergemeinschaft für sinnvoll erachten. „Ich finde das vollkommen in Ordnung, weil sich viele Kraftfahrer dort nicht an die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h halten. Die Figur kann dazu beitragen, dass Kraftfahrer auf die 30 km/h aufmerksam werden“, sagt Blankenberg.

Dass viele Autofahrer Straßen im Stadtgebiet teilweise als Rennstrecke nutzen, ärgert Blankenberg. „Vor allem nachts ist die Raserei im Stadtgebiet für Anwohner schlichtweg grausam“, so Blankenberg.

Ob die Holzschild-Aktion etwas bringt, daran sind Zweifel angebracht. Fahrschullehrer wie Günter Gottschalk haben die Sorge, dass das farbenfrohe Männchen Autofahrer eher ablenken könnte. „Was in Gadebusch benötigt wird, ist eine vernünftige, fachlich fundierte und vor allem für Kraftfahrer nachvollziehbare Verkehrsbeschilderung“, sagt Gottschalk. Wie Recht er hat, ist ebenfalls in der Jarmstorfer Straße zu sehen. Auf ein und demselben Streckenabschnitt dürfen Autofahrer auf der einen Seite mit maximal 30 km/h unterwegs sein und auf der anderen mit 50 km/h.


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