Für Radfahrer viel zu gefährlich : Holdorf will B 104 abriegeln

<fettakgl>Radfahrer sollten in Holdorf</fettakgl> der Ausschilderung folgen. Eine Fahrt auf der B 104 dürfte wegen der Verkehrsdichte und der gefahrenen Geschwindigkeiten eher Lebensgefährlich sein. <foto>volker Bohlmann</foto>
Radfahrer sollten in Holdorf der Ausschilderung folgen. Eine Fahrt auf der B 104 dürfte wegen der Verkehrsdichte und der gefahrenen Geschwindigkeiten eher Lebensgefährlich sein. volker Bohlmann

Die Gemeinde Holdorf forciert an der Seite von Rehna und Gadebusch die Forderung für den Radwegebau an der B 104. Möglichkeiten für eine Demonstration werden geprüft. Diese könnte zu einer Sperrung der Straße führen.

svz.de von
17. Juli 2012, 07:18 Uhr

Holdorf | Briefe sind genug geschrieben und verteilt. Es müssen Taten folgen. Die Stimmung in der Gemeinde Holdorf und bei Bürgermeister Peter Praeger ist nach den Debatten um erneute Verzögerungen im Radwegebau an der B 104 gereizt. Praeger hat genug von Erklärstücken Landesbediensteter gegenüber seiner Gemeinde, dass ein Radwegebau an der Bundesstraße zwischen Gadebusch und Rehna kurzfristig und aus Gründen knapper Finanzmittel sich nicht vor 2014 realisieren lässt. (SVZ berichtete).

Der Gemeindechef hat jetzt das Amt Rehna beauftragt "die rechtlichen Möglichkeiten für eine Demonstration oder ähnliches zu prüfen". Nicht ausgeschlossen scheint damit eine zeitweise Sperrung der Bundesstraße für den Fahrzeugverkehr. Das wäre ein für Brummi- und Autofahrer und letztlich Landespolitikern deutlich spürbares Signal, das die Bedeutung einer funktionalen Radwegeverbindung zwischen Rehna und Gadebusch unterstreicht.

Ein Schulterschluss mit Gadebusch und Rehna dürfte u. a. nach der deutlichen Forderung der Bürgergemeinschaft Gadebusch (BGG) zum Ausbau des Radwegenetzes unproblematisch sein. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Joop: "Auf unseren Antrag hin wird die Stadtvertretung Gadebusch im September eine Bestandsaufnahme bezüglich der aufgeworfenen Fragen vornehmen." Sicherheit für Schulkinder steht für die BGG an vorderster Stelle. Somit arbeitet auch Gadebusch an einem Forderungskatalog.

An Finanzmitteln zur Umsetzung des Vorhabens mangelt es aus Sicht von Praeger nicht. Er lässt seinen Gedanken freien lauf. Sagt was er denkt und stellt dabei als längst gedienter Bürgermeister im Amtsbereich "die Qualität der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern in Frage". Dabei sieht er das dünnbesiedelte MV in einem Nordstaat besser aufgehoben. Frei werdende Finanzmittel ließen sich für sinnvolle Projekte einsetzen. "Wir sollten das Geld für teure Verwaltungen lieber sparen und vor Ort, Beispiel Radweg, investieren", so Praeger. Gedanken, die u. a. in Planungsspielen für die benachbarte Bahnstrecke Schwerin-Rehna ihren Nährboden finden. Präger: "Erst werden mehr als 20 Millionen Euro zum Ausbau der Bahnhöfe bereitgestellt, dann wird über eine Stilllegung der Strecke ab 2014 nachgedacht." Mit denen im Holdorfer Bahnsteig verbauten 80 000 Euro wäre man aus Gemeindesicht in puncto Radweg ein Stück weiter vorangekommen. Praeger spitzt weiter zu und sagt: "Vielleicht kaufen wir nach Stilllegung den Bahnkörper und lassen diesen als Radweg in Richtung Gadebusch bitumieren ..."

Fakt ist: Die Gemeinde Holdorf will mit den Nachbarstädten die Zusammenarbeit im Projekt Radweg inklusive öffentlich wirksamer Begleitmaßnahmen voranbringen. Ihr Ziel ist eine zügige Umsetzung des Vorhabens. Bereits diskutiert wird in Holdorf die Gründung einer Interessengemeinschaft Radweg B 104.

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