Defizit in der Gemeindekasse : Holdorf verschiebt Brückenbau

Eine unendliche Geschichte: Seit 2009 bemüht sich Holdorf um die Sanierung. Aufgrund gestiegener Abgaben kann das Bauwerk nicht saniert werden. Foto: Volker Bohlmann
Eine unendliche Geschichte: Seit 2009 bemüht sich Holdorf um die Sanierung. Aufgrund gestiegener Abgaben kann das Bauwerk nicht saniert werden. Foto: Volker Bohlmann

Die Sanierungsprojekte Brücke über die Radegast und die Instandsetzung der Straße Meetzen in Richtung Möllin sind Geschichte und wurden vertagt. Grund sind Defizite in der Gemeindekasse, sagt Holdorfs Bürgermeister.

svz.de von
02. März 2013, 02:29 Uhr

Holdorf | Die Sanierungsprojekte Brücke über die Radegast und die Instandsetzung der Straße Meetzen in Richtung Möllin sind Geschichte, zumindest auf das Jahr 2014 vertagt. Das verdeutlichte Holdorfs Bürgermeister Peter Praeger in einem Gespräch mit der SVZ. Mit dieser Entscheidung muss die Gemeinde Holdorf unter anderem der vor wenigen Tagen beschlossenen Kreisumlagenerhöhung Rechnung tragen. "Die Erhöhung schlägt bei unserer Gemeinde mit weiteren 50 000 Euro zu Buche", sagt Praeger. Viel Geld für die 400-Seelengemeinde, denn auf rund 50 000 Euro beläuft sich auch der Eigenanteil, den Holdorf bereithalten muss, wenn die Kommune in den Genuss einer Förderung des Brückenbauwerkes kommen will. Seit 2009 plant die Gemeinde die Erneuerung der Radegastquerung.

Seit dem vergangenen Jahr befindet sich auch die Sanierung der holprigen Verbindung Meetzen in Richtung Möllin in Planung. Das Vorhaben wird aufgrund des chronischen Geldmangels weiterhin auf der Wunschliste bleiben. "2014 war angedacht mit Unterstützung von Gadebusch, den Zustand der Strecke zu verbessern", sagt Praeger. Statt Dorfentwicklung bleibt den Holdorfern in 2013 nun lediglich die Verwaltung eines Defizits in der Haushaltskasse.

Durch das Ausreichen geringerer Landeszuweisungen (zirka 60 000 Euro) und die höheren Ausgaben an den Nordwestkreis reduziert sich das Engagement der Holdorfer nun auf die Erfüllung der Pflichtaufgaben. Als problematisch werden die vom Land vorgeschriebenen Berechnungsgrundlagen für die Umlagen an den Landkreis angesehen. Dadurch geraten die Holdorfer in finanzielle Schieflage. Ein wichtiger Faktor sind darin die Gewerbesteuereinnahmen. In diesem Punkt kommt für die Holdorfer alles anders als gedacht. Die 170 000 Euro Gewerbesteuern vom Zweckverband fließen nicht auf das Gemeindekonto. Der Verband legte Widerspruch ein und forderte die Verteilung der Steuermittel auf alle Mitgliedsgemeinden in Anlehnung an den Wasserverbrauch. Der Zweckverband Radegast setzte sich durch. Schlecht für Holdorf, denn als Berechnungsgrundlage für die Kreisumlage bleibt die sechsstellige Summe stehen, selbst dann, wenn die Steuern nicht in voller Höhe in Holdorf ankommen. Aus Landessicht steht die Gemeinde gut da. Reine Theorie, so die Holdorfer, denn in der Praxis müssen Praeger und sein Gemeindeparlament nun ein Defizit verwalten. "Alles sparen war umsonst", sagt der Bürgermeister.

Wunschvorstellungen, wie eine komplette Finanzierung der Brücke durch das Land, die werden sich nicht erfüllen. Das macht zumindest Rehnas Amtsleiter Hans-Martin Buschhart deutlich: "Die so genannte Baulast für die Straße liegt bei der Gemeinde Holdorf." Folglich muss sie sich, trotz schwieriger Finanzlage, am Bau der Brücke beteiligen.

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