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Bürgervotum : Holdorf und Meetzen klären Zukunftsfragen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Am heutigen Sonntag startet eine Bürgerbefragung über eine mögliche Fusion mit Rehna oder Gadebusch

Die Bürger von Holdorf entscheiden in den kommenden Tagen über die Zukunft ihrer Gemeinde. Ab Sonntag haben alle Wahlberechtigten aus Steinmannshagen, Meetzen und Holdorf die Chance, über eine mögliche Fusion mit Nachbarstädten wie Rehna und Gadebusch oder über eine Beibehaltung der Eigenständigkeit abzustimmen. „Dieses Bürgervotum dürfte in solch einer Form bislang einmalig für den Landkreis Nordwestmecklenburg sein“, sagt Bürgermeister Peter Praeger.

Ab dem heutigen Sonntag verteilen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Holdorf-Meetzen und Gemeindevertreter insgesamt 308 Stimmzettel inklusive Erläuterungsschreiben an alle Haushalte mit Wahlberechtigten. Jeder gültige Abstimmzettel trägt das Siegel der Gemeinde. Die Kommune möchte sich mit dieser Signatur vor Manipulationen wappnen.

Bis Mittwoch, 15. Januar, sind die Bürger aufgefordert zwischen einer Ablehnung der Gemeindefusion, der Fusion mit der Stadt Rehna oder einer Fusion mit der Stadt Gadebusch abzustimmen. „Wir bitten um rege Beteiligung und das Votum der Bürger“, sagt Praeger.

Am Freitag, 17. Januar, erfolgt die Auszählung der Rückfragebögen durch die Gemeindevertreter. Anschließend will die Kommune die Öffentlichkeit über das Votum informieren. „Ich persönlich stimme für eine weitere Eigenständigkeit unserer Gemeinde. Wir sind weder aus finanziellen noch aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, eine Fusion einzugehen“, sagt der Gemeindechef. Vor einem möglichen Diktat der Landesregierung, die ab dem Jahr 2019 Zwangszusammenschlüsse forcieren will, müsse sich niemand unter Druck gesetzt fühlen. Darüber hinaus dürfe im Falle einer Fusion niemand glauben, dass sich die Vorstellungen der Holdorfer auf ewig festschreiben lassen, so Praeger weiter. Aber seine Stimme sei nur eine.

Letztlich zählt der Gemeindebeschluss. Der steht: Nach langer Debatte stimmten die Holdorfer im Dezember für die Aufnahme von Gesprächen mit ihren großen Nachbarn. Ein entsprechendes Mandat zur Aufnahme von Gesprächen und daraus resultierenden Verhandlungen sollen die Bürger mit ihrer Abstimmung erteilen.

Eine Beteiligung der Bürger in Form einer Bürgerversammlung wie in Vitense und Nesow hält Praeger für nicht ausreichend: „Wir wollen an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren.“ Ob das Engagement von Feuerwehr und Kommunalvertreter fruchtet, wird sich in eineinhalb Wochen bei der Auszählung herausstellen. Das letzte Wort haben die Gemeindevertreter, die mögliche Verhandlungen mit den Hochzeitskandidaten allerdings nicht ohne die Meinung ihrer Bürger führen wollen.

Im Bürgerschreiben sind mögliche Nachteile einer Fusion aufgeführt. Dies könnten unter anderem der „Verlust der Identität und Eigenständigkeit“ sein. Als Vorteile werden eine „höhere Finanzausstattung bei Einbindung in eine Stadt“, „Einsparungen in der Verwaltung“ und eine mögliche „Steigerung der Immobilienpreise“ erwähnt.

Ein stärkeres Mitspracherecht im Stadtparlament können sich die Holdorfer und Meetzener nur durch eine aktive Wählergemeinschaft sichern. Nicht berücksichtigt werden im Fragebogen Zahlen zur finanziellen Ausstattung der Stadt Gadebusch. Rehna wird als „finanziell gut aufgestellt“ geführt.

Die Beantwortung des Fragebogens gilt für die Holdorfer Gemeindevertreter in erster Linie als eine Art Stimmungsbarometer und mögliche Ausgangsbasis für ihre Entscheidungsfindung. Die Bürgerbefragung wird von allen sieben Kommunalvertretern unterstützt. Sie unterzeichneten das Schreiben an die Bürger.

 

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erstellt am 05.Jan.2014 | 05:15 Uhr

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