Qual der Wahl : Holdorf plant Fusion mit Gadebusch oder Rehna

Die Vertreter der Gemeinde Holdorf stimmten – unter Vorbehalt – für die Fusionsverhandlungen mit Rehna.
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Die Vertreter der Gemeinde Holdorf stimmten – unter Vorbehalt – für die Fusionsverhandlungen mit Rehna.

Wird Holdorf fusionieren? Zumindest haben die Gemeindevertreter beschlossen, sich mit der Frage um einen Zusammenschluss auseinander zusetzen.

svz.de von
12. Dezember 2013, 00:30 Uhr

Sie haben es sich nicht leicht gemacht, doch nach langer Diskussion stimmten die Gemeindevertreter von Holdorf in ihrer jüngsten Sitzung mit fünf gegen zwei Stimmen dafür, Verhandlungen zwecks einer Fusion mit Rehna aufzunehmen. Dieser Beschluss umfasse jedoch zunächst nur die Möglichkeit, sich mit Rehna über einen eventuellen Zusammenschluss zu unterhalten, versichert der Bürgermeister der Gemeinde Holdorf, Peter Praeger. Eine Fusion aber sei noch längst nicht beschlossen.

Die Entscheidung der Gemeindevertreter erfolgte unter anderem aufgrund von Zeitdruck: Die Vorbereitungen der Kommunalwahlen im Mai verlangen, dass zeitnah festgelegt wird, ob die Gemeinde Holdorf ihre Eigenständigkeit aufrecht erhält oder sich der Stadt Rehna anschließen möchte. „Wenn wir heute keinen Beschluss fassen, über eine mögliche Fusion zu sprechen, dann ist das Thema erst einmal vom Tisch“, sagt Dirk Groth vom Bauamt Rehna. „Ich finde, wir sollten über Verhandlungen reden“, so Groth. „Wir glauben nämlich, dass 2019 etwas passiert.“ Ministerpräsident Erwin Sellering habe kürzlich bei seinem Besuch in Rehna angedeutet, dass im Jahr 2019 wohl mit Zwangszusammenschlüssen zu rechnen sei, erklärt Groth. „Im Augenblick gibt es keinen Zwang, man kann noch ein bisschen etwas selbst entscheiden. Und ich finde, man muss zumindest über eine mögliche Fusion gesprochen haben.“

Mit einem Zusammenschluss gebe die kleine Gemeinde ihre Selbstbestimmung auf – und vielleicht noch mehr. Rainer Joop, Einwohner der Gemeinde Holdorf, bringt seine Bedenken bezüglich einer Fusion offen zu Wort: „Sollte die Fusion mit Rehna beschlossen werden, inwiefern kommen dann Änderungen auf uns zu“, fragt Joop. „Bekommen wir dann eine neue Postleitzahl und werden die Schuleinzugsbereiche verändert? Das fände ich weniger schön“, so der Lehrer. „Wir wohnen genau zwischen Gadebusch und Rehna – warum fragen wir nicht auch Gadebusch.“ Joop bittet zudem darum, alle Möglichkeiten bezüglich einer Fusion genau zu beleuchten und in Betracht zu ziehen.

Der eigentliche Schritt zu einer Fusion ist mit dem jetzt gefassten Beschluss noch nicht festgelegt. Auch Gadebusch soll Gesprächspartner werden, in diesem Punkt sind sich alle Gemeindevertreter einig. Einfach über die Köpfe der Einwohner hinweg eine Fusion– sei es mit Gadebusch oder Rehna – zu beschließen, das möchte keiner.

Einigkeit herrscht außerdem bei der Idee, die Einwohner der Gemeinde Holdorf bezüglich ihrer Wünsche zu fragen: „Ich maße es mir nicht an, über den Kopf der Bürger zu entscheiden. Wenn wir einen Beschluss zur Fusion fassen, dann müssen alle Bürger gefragt werden“ findet die Gemeindevertreterin Christa Blischke. Und auch Peter Praeger macht deutlich: „Die Bürger sollen allein entscheiden, wohin sie sich gezogen fühlen, ob nach Rehna oder Gadebusch.“ Denn eine Fusion hätte die Gemeinde eigentlich derzeit nicht nötig, so der Bürgermeister. „Wir sind finanziell gut aufgestellt und unser Haushalt wird auch 2015 /2016 vernünftig sein.“ Bei einer ersten Anfrage an Gadebuschs Bürgermeister hätte dieser bereits signalisiert, dass auch hier Gespräche möglich seien, sagt Praeger. Mitte Januar sollen die Holdorfer und Meetzens Einwohner in einer Versammlung abstimmen: Fusion ja, oder nein. „Das wird noch ein heißes Eisen“, stellt Christa Blischke fest.

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