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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. November 2017 | 09:44 Uhr

Rehna : Hoffnungsschimmer für die Tafel

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Drohende Schließung der Rehnaer Ausgabestelle soll abgewendet werden

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 23:07 Uhr

Der Ausgabestelle der Tafel in Rehna droht das Aus. Wird für die diakonische Einrichtung der Kirchen bis zum 1. November keine neue Bleibe gefunden, kommen Geringverdiener, sozial bedürftige Menschen in der Klosterstadt nicht mehr in den Genuss einer Lebensmittelspende. Davon sind in Rehna rund 100 Menschen betroffen.

Eine Nachricht, die Heidi Junge ratlos macht: „Was ist nur aus der Nächstenliebe geworden?“, fragt die 1-Euro-Jobberin am heißen Draht der SVZ. Wöchentlich packt sie mit Nicole Rogge und weiteren Helfern Lebensmittelkisten in der Küche des Südflügels der Klosteranlage Rehna. Es sind historische Räume, für Millionen von Euro saniert und eigentlich ein Anziehungspunkt für Besucher der Stadt.

Teuer oder nicht teuer saniert: Mehr als vier Jahre stellt die Stadt Rehna ohne Vorbedingungen die Küche mit rund 40 Quadratmetern Fläche kostenlos zur Verfügung. „Es war als Übergangslösung bis zur völligen Instandsetzung des Pfarrhauses gedacht“, sagt Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg. Das Haus sei saniert worden, die Tafelausgabestelle nicht in die örtliche Verantwortung der Kirchen zurückgekehrt.

Für den Bürgermeister und Stadt muss die Ausgabe neu geregelt werden. Grund: Besucher und Einheimische empfinden die Geruchsbelästigung durch die Lagerung des nicht immer taufrischen Gemüses in der historischen Anlage als störend. Abfälle und Kartonagen kommen hinzu.

Über Wochen wird diskutiert und nach einer Lösung gesucht. Der Gemeinderaum der Kirche als auch der Jugendklub Rehna werden von Kirche und Stadt auf Grund eines laufenden Publikumsverkehrs als ungeeignet eingestuft. Die mit kirchlichen Vertretern im Kulturausschuss geführten Debatten reichen letztlich bis zur Aufgabe der Tafel in Rehna. Insbesondere die Zurückhaltung der Kirche sorgt für Irritationen, wie Kulturausschussmitglied Eva Doßmann berichtet.

Bis gestern. Auf Anfrage der SVZ macht Rehnas Pastor Andreas Ortlieb deutlich: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Tafel weiter existiert.“ Über Standortfragen müsse allerdings noch der Kirchgemeinderat befinden. Er halte aber eine Ausgabe der Lebensmittel im Kirchturmraum für möglich.

Lösungsansätze, die Peter Grosch Vorsitzender der Tafel Schwerin begrüßt: „Die Ausgabe unter dem Dach der Kirche ist ein gutes Symbol. Damit lässt sich leben. Wir können in Ruhe die Situation besprechen.“ In Zusammenhang mit Rehna spricht er vom Schweriner Modell. Demnach werden die Lebensmittelkisten nicht mehr vor Ort zusammengestellt. „Wir sortieren und packen in Gadebusch die 100 Beutel. Für die Ausgabe in Rehna brauchen wir für zirka zwei Stunden einen geeigneten Raum“, so Grosch.

Heidi Junge und Nicole Rogge werden somit weiter für die Bedürftigen unterwegs sein. Sie machen deutlich, dass die Arbeit der Tafel sich nicht allein auf die Ausgabe von Lebensmitteln beschränkt: „Es geht um soziale Kontakte, die die Menschen hier pflegen.“


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