zur Navigation springen

Flüchtlinge in Gadebusch : Hoffen auf Zukunft in Deutschland

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die deutsche Sprache ist der Schlüssel für Integration. Rosemarie Schwank unterrichtet ehrenamtlich Flüchtlinge aus Syrien

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Sie sind mit dem Boot über das Mittelmeer gekommen: die drei Brüder Gaber (18), Mahmud (20) und Amer (31) Al Hassan. Ein vierter Bruder ist nach Essen ins Ruhrgebiet gekommen. Und sie wollen in Deutschland bleiben. „Ich möchte die Schule besuchen, einen Beruf lernen und arbeiten“, sagt Gaber, der noch Minderjährig war, als er hier ankam. Die Familie kommt aus Syrien, aus der Stadt Abukamal, direkt an der Grenze zum Irak. „Wir wollen nicht zurück, da ist überall der IS“, sagt Amer. Zwei weitere Brüder sind noch dort – und, was noch schlimmer ist: Amers Ehefrau mit den gemeinsamen Jungs, drei und fünf Jahre alt. „Ich habe seit über einen Monat keinen Kontakt mehr zu ihnen“, erzählt Amer. Er hofft, sie nach Deutschland holen zu können.

Doch Grundvoraussetzung für ihre Wünsche und Ziele im Hinblick auf eine Zukunft in Deutschland, das wissen sie, ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Jeden Tag treffen sie sich in der Museumsanlage der Münzstadt mit Rosemarie Schwank. Insgesamt acht Flüchtlinge sind es aktuell, die die ehemalige Grundschullehrerin auf einen Deutsch-Wiederholungskurs vorbereitet. „Am 25. September soll der hier an der Volkshochschule starten“, erzählt die 71-Jährige.

Im Mai 2015 hat Rosemarie Schwank damit begonnen, die in Gadebusch untergebrachten Flüchtlinge in der deutschen Sprache zu unterrichten – ehrenamtlich. „Gabi Schulz von der Diakonie hatte mich damals gefragt, ob ich das machen könne und da habe ich zugesagt“, erinnert sich die Rentnerin. Es seien zuerst Afghanen, Mazedonier, ein Serbe und Albaner gewesen. Erst dann kamen die Syrer, berichtet Schwank. „Es muss sich rumgesprochen haben – plötzlich kamen 15 bis 20 Flüchtlinge zu mir“, so die Lehrerin. Sie habe große Unterstützung von der Stadt erfahren, durfte Räume im Rathaus für den Unterricht nutzen. Dann folgte der erste Vorbereitungskurs über die Volkshochschule und anschließend der Umzug in die Museumsanlage, in die dortige Baracke. Ständig seien Neuankömmlinge hinzu gekommen. „Von November 2016 bis Juni fand dann ein Deutschkurs der Volkshochschule im Gymnasium statt. Die anschließende Prüfung haben logischerweise nicht alle bestanden“, erklärt Rosemarie Schenk. Man dürfe nicht vergessen, wo die Menschen herkommen, dass sie teils traumatisiert sind von dem Erlebten. Die ehemalige Grundschullehrerin freut sich sehr darüber, dass die Flüchtlinge hier in Gadebusch so gut aufgenommen wurden. Sie mahnt aber, sie sich nicht selbst zu überlassen, sondern sie ins tägliche gesellschaftliche Leben mit einzubeziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen