zur Navigation springen

Aktion in Gadebusch : Hörverlust kann jeden treffen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Um Problemen beim Verstehen vorzubeugen bietet die „Fördergemeinschaft Gutes Hören“ kostenlose Tests an

svz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 04:45 Uhr

Es kann so vieles sein: Ein Böller zu Silvester, das Rattern eines Presslufthammers oder auch schon das laute Händeklatschen. Gefahren für das Gehör sind im Alltag überall anzutreffen. Um aufzuklären und um das Hörvermögen der Besucher zu überprüfen, stand die „Fördergemeinschaft Gutes Hören“ (FGH) gestern mit ihrem Infomobil inklusive einer Testkabine in Gadebusch bereit.

Annett Brandt von Hörgeräte Kersten – einem Mitglied der Fördergemeinschaft – leitete die Hörtests. Zusammen mit ihren Kollegen lud sie Passanten dazu ein, den kostenlosen Schnelltest zu machen. „Eigentlich wollen wir alle Menschen erreichen, denn Schwerhören hat nichts nur etwas mit dem Alter zu tun“, sagte sie. Auch junge Menschen können von Schwerhörigkeit betroffen sein. Eine große Gefahr ist zum Beispiel über Kopfhörer gehörte laute Musik. Ob im Bus oder zuhause – Musik wird gerne für sich allein gehört. Und da kann es dann auch gerne mal etwas lauter sein. An die Konsequenzen wird nicht gedacht. Dabei kann eine solche Dauerbelastung bei etwa 40 Stunden die Woche zu nachhaltigen Schäden führen.

Die Gefahr für die Ohren lauert aber auch anderswo. Davon sind Kinder nicht ausgeschlossen „Laute Fernseher bei den Großeltern oder Spielzeuge können das Gehör angreifen“, erklärte Annett Brandt. Alles, was ab 85 Dezibel aufwärts geht, kann auf Dauer schädigen. Bei 120 Dezibel liegt schon die Schmerzgrenze für das Gehör. „Eine neben dem Ohr abgeschossene Spielzeugpistole liegt bei 180 Dezibel.“ Damit sind sie sogar lauter als Silvesterböller mit 170 Dezibel. Diese können laut der Gehörtesterin auch akut einen Hörsturz auslösen.

Einem der Besucher explodierte ein Mixer. Die Folge: gravierende Schäden auf beiden Ohren. „Im hochfrequenten Bereich ist er nicht mehr in der Lage, die Töne wahrzunehmen. Da dort aber viele Wörter liegen, kann er sie nicht mehr richtig verstehen“, sagte Annett Brandt. So könne zum Beispiel ein „Zaun“ zum „Baum“ umgedeutet werden.

Auch Stress kann der Grund für Gehörschäden sein, namentlich der Tinitus. „Der Tinitus geht nie wieder weg, kann aber mit Musik oder Klängen wie Wellenrauschen ’besäntigt’ werden“, erklärt Annett Brandt.

Um Probleme beim Gehör zu erkennen, empfiehlt Annett Brandt einmal jährlich einen Test zu machen. „Uns ist die Aufklärung wichtig und die Angst vor Hörgeräten zu nehmen. Letztlich sollen sie die Lebensqualität verbessern“, sagt sie. Der Bedarf war zumindest gestern gegeben. Das Infomobil wurde gut besucht, viele Passanten interessierten sich für den Hörtest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen