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Kritik in Gadebusch : Höhere Steuern schmälern Rente

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hausbesitzer wie Ida-Dore Reichmuth sind verärgert über die höhere Grundsteuer in Gadebusch

Steuer rauf! Mit diesem Ansatz steuert die Stadtvertretung in die Zukunft. Eine Entscheidung, die Ida-Dore Reichmuth aus Gadebusch so nicht mittragen möchte. „Da ist die Rentenerhöhung vom Juni schon wieder futsch“, sagt sie am Heißen Draht der SVZ.

Spürbar wurde die Mehrbelastung durch die vom Stadtparlament im Juni angehobene Grundsteuer für Hausbesitzer auf dem jüngsten Kontoauszug, denn auf Beschluss der Stadtvertretung wurde die Steuer rückwirkend zum 1. Januar erhoben. In der Summe macht dies bei Reichmuth rund 70 Euro jährlich mehr an Steuern aus. Das sei zwar nicht die komplette Rentenerhöhung, aber angesichts weitere steigender Abgaben bleibe so bei einigen Senioren nicht viel von der Rentenaufstockung übrig. In die Stadtkasse fließen hingegen zusätzlich 80 000 Euro.

Beim Blick aus ihrem Fenster in der Steinstraße sieht sie noch so manch städtische Problemzone, die es ihrer Meinung nach vor einem Griff ins Bürgerportemonnaie abzustellen gilt: „Die Autos jagen mit 50 bis 70 Stundenkilometer an den Häusern vorbei. Da wackeln Schränke und Gläser. Außerdem erhielt ich keine schriftliche Benachrichtigung über die Steuererhöhung“, so Reichmuth. Sie bezeichnete es als „Frechheit vom Bürgermeister“, dass die Steuern so mir nichts dir nichts erhöht wurden.

Stadtoberhaupt Ulrich Howest weist derartige Kritik wenige Tage vor der letzten Debatte (Montag, 19 Uhr, Rathaus) über den Stadthaushalt 2016 zurück: „Niemand erhöht freiwillig die Steuern. Als Bürgermeister trage ich die Verantwortung für die Entwicklung einer ganzen Stadt. Ohne die geforderte Anpassung der Steuereinnahmen hätte es vom Landkreis keinerlei Kreditgenehmigungen gegeben. Fördermittel für Stadtprojekte wären dann nicht abrufbar.“

Nach einer öffentlichen Debatte im Stadtparlament und in den Medien entschied das Stadtparlament mit CDU, SPD und Bürgergemeinschaften mit zwei Gegenstimmen aus den Reihen der Linken, die jetzt durchgesetzte Erhöhung. „Auch ich muss jährlich 38 Euro mehr an Grundsteuer zahlen. Das sind knapp drei Euro zusätzlich im Monat“, sagt Howest. Alle Hausbesitzer seien über die gefassten Beschlüsse mit einem neuen Steuerbescheid informiert worden.

Ida-Dore Reichmuth bleibt bei ihrer Haltung und sieht den obersten Kommunalvertreter für die Steuererhöhung verantwortlich. Die 75-Jährige befürchtet ein weiteres Abwandern von Unternehmen und Einwohnern.

Howest hält dagegen und verweist auf die zurückliegenden 25 Jahre, in denen sich das Stadtbild sehr zum Positiven geändert habe: „Die Steinstraße wurde beispielsweise in den 1990er-Jahren mit Städtebaufördermitteln saniert.“ Die Steueranpassung in 2016 sei die erste nach vielen Jahren.

 

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erstellt am 16.Jul.2016 | 04:45 Uhr

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