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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 16:17 Uhr

Gadebusch : Hochzeits-Pläne lösen Streit aus

vom

In Gadebusch könnten die Signale für Brautpaare bald auf Grün geschaltet werden. Die Stadt will Hochzeiten an der Station Burgsee zulassen, auch wenn das Teile der Amtsverwaltung nicht gern sehen.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2012 | 06:25 Uhr

Gadebusch | Ob im Wasserturm, einem Fußballstadion oder auf einer Seebrücke - Verliebte können auch abseits eines Standesamtes heiraten. In Norddeutschland könnte bald ein bislang einmaliger Ort für Trauungen hinzukommen: das historische Bahnhofsgebäude mit Blick auf den Gadebuscher Burgsee.

Während Stadtvertreter ein derartiges Vorhaben unterstützen, tritt ein Teil der Amtsverwaltung auf die Romantikbremse und will das Vorhaben "aus Gründen im organisatorischen Bereich" stoppen. "Ich bin gegen einen Wanderzirkus beim Standesamt (...) Ich sehe keinen Vorteil. Wir müssen im Amt unsere Mitarbeiter rationell einsetzen", sagte der Leitende Verwaltungsbeamte, Andreas Lausen, in der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses. Er positionierte sich klar gegen "Trauungen mit Event-Charakter" und verwies zudem auf eine Stellungnahme der Standesamts-Aufsicht des Landkreises. Darin werde davor gewarnt, weitere Standorte aufzumachen, da Berufungsfälle beispielsweise durch Gastronomen unvermeidlich seien.

Die Argumente Lausens lösten beim Besitzer des Gadebuscher Bahnhofs, Holger Hempel, Kopfschütteln aus. Denn wie stark das Interesse an Hochzeiten mit einem in Norddeutschland einmaligen Ambiente ist, sei bei der jüngsten Hochzeitsmesse in Schwerin deutlich geworden. "Der Andrang am Messestand war enorm. Wir hatten Anfragen aus Hamburg, Ludwigslust und anderen Städten. Immer wieder war zu hören, dass das Heiraten in einem historischen Bahnhofsgebäude etwas Einmaliges und traumhaft Schönes wäre", so Hempel. Der Gadebuscher macht auch klar, dass Unternehmen der Tourismusbranche wie das Hotel "Christinenhof" und das Hotel "Schloss Wedendorf" von Übernachtungen profitieren könnten.

Nicht nur Hempel ist von einem kaum bezahlbaren Werbeeffekt für die Region Gadebusch überzeugt, sondern auch Bürgermeister Ulrich Howest. Er spricht von einem wichtigen Ziel, das von der gesamten Stadtvertretung verfolgt werde.

Howest konnte nach einer teilweise hitzig geführten Debatte, bei der die Öffentlichkeit, zeitweilig ausgeschlossen wurde, die Mehrheit des Amtsausschuss hinter sich bringen. Ergebnis: Das Gremium empfiehlt Amtsvorsteher Rico Greger, die personellen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen zu prüfen, damit baldmöglichst Eheschließungen im Bahnhof durchgeführt werden können.

Ob die Signale für Brautpaare an der Station Burgsee auf Grün gestellt werden, will Greger in den nächsten Wochen entscheiden. Er wolle zunächst noch einmal u. a. mit dem Hauptausschuss der Gadebuscher Stadtvertretung und mit Bahnhofs-Besitzer Holger Hempel sprechen. Klar ist für Greger aber schon jetzt: "Ich werde die Entscheidung auf keinen Fall delegieren." Theoretisch hätte Greger genau dies tun können. In solch einem Fall wäre die Sache auf den Tisch des Leitenden Verwaltungsbeamten Andreas Lausen gekommen. Auf SVZ-Anfrage kündigte Greger gestern an: "Noch in diesem Jahr werde ich die Entscheidung trefen. Wir werden eine Lösung finden, mit der wir alle leben können."

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