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Eheschließung elektronisch beurkundet : Hochzeit mit Pin-Code

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Denn Ramona Gross und Olaf Sela sind das erste Paar in Mecklenburg-Vorpommern, dessen Eheschließung über das neue elektronische Personensstandsregister beurkundet wurde.

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erstellt am 20.Jan.2012 | 06:36 Uhr

Grevesmühlen | Sie sind weder von Adel noch berühmte Hollywood-Schauspieler, dennoch waren gestern etliche Kameras auf sie gerichtet: Denn Ramona Gross und Olaf Sela sind das erste Paar in Mecklenburg-Vorpommern, dessen Eheschließung über das neue elektronische Personensstandsregister beurkundet wurde. Seit gestern hat das Grevesmühlener Standesamt, als eines der ersten in MV, auf das System zur elektronischen Erfassung von Personenstandsdaten umgestellt.

Von der Umstellung selbst haben Ramona und Olaf Sela nichts gemerkt, sagen sie. Die Grevesmühlener Brautleute haben, wie auch alle Paare vor ihnen, ihre Unterschrift auf dem Papier geleistet. Die beiden Kopien der Heiratsurkunde jedoch, die das Standesamt bisher in voneinander getrennten Panzerschränken feuerfest aufbewahren musste, fallen nun weg, sagt Andreas Beck, Vorsitzender des Fachverbandes der Standesbeamten MVs.

Der Vorteil des neuen Systems: "Die Bürger können Urkunden nun dort beantragen, wo sie wohnen", sagt Beck. Außerdem spare die Umstellung besonders eines, nämlich Platz in den Aktenschränken des Standesamtes. Die Beurkundungsdaten werden ab sofort im Datenverarbeitungszentrum in Schwerin gespeichert. Dabei wird die Unterschrift des Standesbeamten durch eine persönliche Signaturkarte mit Pin abgelöst. Sind die Daten einmal in das System eingespeist, bleiben sie, je nach Beurkundung, zwischen 30 und 110 Jahre lesbar und unveränderbar erfasst.

Seit 1875 nehmen Standesbeamte Beurkundungen vor. Früher wurden Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in die Kirchenbücher eingetragen. Die älteste Beurkundung in den Grevesmühlener Archiven stammt aus dem Jahr 1876. Etliche Registerbücher, nach Jahrgängen gebündelt, reihen sich hier aneinander. Doch damit ist nun Schluss: Das 2009 in Kraft getretene neue Personenstandsgesetz schreibt vor, dass alle Standesämter ab dem 1. Januar 2014 elektronische Register zu führen haben. Und Mecklenburg-Vorpommern sei mit der frühzeitigen Umstellung auf das elektronische Personenstandsregister "deutschlandweit mit an der absoluten Spitze", sagt Staatssekretär Thomas Lenz. Noch in diesem Jahr sollen alle Standesämter des Landes an das neue System angeschlossen werden. Rund 650 000 Euro wurden aufgewendet, um das Personalstandsregister umsetzen zu können. Doch mittelfristig rechne Lenz damit, die Kosten wieder einsparen zu können.

Gespart werden könne besonders durch die anstehende starke Reduzierung der Druck- und Papierkosten in den Standesämtern. "Der nächste Schritt ist die Einführung der elektronischen Sammelakte", sagt Bernd Anders vom Zweckverband Elektronische Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dieser soll künftig sämtlicher Mitteilungsverkehr zwischen den Behörden wegfallen. "Alles, was an Papier rein- und rauskommt, soll dann elektronisch laufen", so Anders. Die Umsetzung der elektronischen Sammelakte sei bereits für das erste Halbjahr dieses Jahres geplant.

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