Treppenlauf in Berlin : Hochleistung bis in die 39. Etage

Ziel beim Feuerwehr-Treppenlauf war die 39. Etage des höchsten Berliner Hotelgebäudes.
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Ziel beim Feuerwehr-Treppenlauf war die 39. Etage des höchsten Berliner Hotelgebäudes.

Feuerwehrleute aus Gadebusch und Lützow kämpften sich am Sonnabend in voller Montur auf ein Berliner Hochhaus – zu Fuß.

svz.de von
20. April 2015, 08:00 Uhr

Bei 39 Stockwerken und fast 800 Stufen denkt kaum noch jemand ans Treppensteigen, da ist normalerweise ein Aufzug das bevorzugte Transportmittel.

Ganz anders sahen das jeweils vier Feuerwehrleute aus Gadebusch und Lützow, als sie am Sonnabend am „Berlin Firefighter Stairrun“ teilnahmen. Ziel dieses Wettkampfes ist es, die Aussichtsplattform des Park Inn Hotels in der 39. Etage am Berliner Alexanderplatz so schnell wie möglich über das Treppenhaus zu erreichen. Doch diese Herausforderung alleine ist den Feuerwehrleuten aus der ganzen Welt noch nicht groß genug. Während des Treppensteigens tragen sie ihre komplette Schutzausrüstung inklusive Atemschutzflaschen und die dazugehörigen Masken. Diese zusätzliche Ausrüstung wiegt weitere 40 Kilogramm und sorgt so für eine noch größere Belastung.

„Intensives Training stand deshalb schon einige Wochen vor dem Wettkampf auf dem Programm, damit wir das 39. Stockwerk auch tatsächlich erreichen“, sagt Daniel Schmal, Mitglied in der Gadebuscher Wehr.

Dieses Ziel hatten auch mehr als 700 weitere Feuerwehrleute, die sich sogar aus den USA und Frankreich auf den Weg nach Berlin machten. Organisiert wurde der bereits zum fünften Mal stattfindende Wettkampf von Feuerwehrleuten aus Berlin. Er stößt auf großes Interesse bei den Einsatzkräften. Auch in anderen Städten wie Frankfurt am Main und Düsseldorf haben sich ähnliche Wettkämpfe etabliert.

Der neu entdeckte, fordernde Feuerwehrsport verzeichnet seit einigen Jahren eine wachsende Fan-Gemeinschaft und bietet neben den Treppenläufen auch einige weitere interessante Wettkämpfe an, in denen teilweise sogar schon Europameisterschaften ausgetragen werden.

Nach einer Einweisung durch den Organisator machten sich im Abstand von 30 Sekunden alle Teilnehmer vom Alexanderplatz aus auf den Weg, um das Ziel über den Dächern Berlins zu erreichen. So auch die acht Lützower und Gadebuscher Feuerwehrmänner, die sich in vier Zweier-Teams aufteilten. Angefeuert wurden sie bei ihrem Stufenlauf lautstark von einigen Berliner Cheerleadern.

Nachdem sie die 770 Stufen und 110 Höhenmetern – teilweise mit letzter Kraft – gemeistert hatten, wurden die Feuerwehrmänner mit einer atemberaubenden Sicht über Berlin und einem direkten Blick auf den Fernsehturm für ihre Bemühungen und ihren Durchhaltewillen belohnt. Allerdings war es in den ersten Minuten für sie wichtiger, wieder einigermaßen zu Atem zu kommen.

Als weitere Anerkennung bekamen die Teams aus unserer Region, so wie jeder erfolgreiche Teilnehmer, Medaillen überreicht. Für den Weg vom Hochhaus runter durften die Teams dann den Aufzug benutzen.

Auch wenn die Schnellsten die Strecke in etwas mehr als sechs Minuten bewältigten, freuten sich die Nordwestmecklenburger über ihre Ergebnisse zwischen 10 und 15 Minuten. „Wir sind mit unseren Leistungen sehr zufrieden und stolz über die erreichten Zeiten“, erzählt Steffen Maahs von der Gadebuscher Feuerwehr.

Erschöpft, aber mit tollen Eindrücken ging es anschließend zurück in die Heimat. Natürlich war da schon bei allen Teilnehmern klar, dass man sich nächstes Jahr wieder der Herausforderung stellen wird.

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