Wismar : Hochbegabte fördern und fordern

Roman Krischewski, Richard Thielke, Henry-Marcel Maschmann, Frithjof Wulf, Alina Feike, Celina Emily Kleinwächter und Petra Strubbe (v.l.) beim Arbeiten in der Gruppe. Recherchieren mit dem Handy gehört dazu.
Roman Krischewski, Richard Thielke, Henry-Marcel Maschmann, Frithjof Wulf, Alina Feike, Celina Emily Kleinwächter und Petra Strubbe (v.l.) beim Arbeiten in der Gruppe. Recherchieren mit dem Handy gehört dazu.

Seit genau zehn Jahren ist die Wismarer „Regionale Schule Bertolt Brecht“ ein Förderzentrum

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22. Januar 2016, 23:32 Uhr

In der Klasse von Petra Strubbe treffen Kinder mit der Diagnose Hochbegabung aufeinander. Seit genau zehn Jahren ist die Wismarer „Regionale Schule Bertolt Brecht“ ein Förderzentrum für hochbegabte Schüler. Der durchschnittliche IQ in der Klasse liegt bei 120.

Unter den 22 Schülern sind sechs Kinder mit einer diagnostizierten Hochbegabung, dazu sehr leistungsstarke Schüler, aber auch „normale“, die oftmals, ohne es zu ahnen, den Hochbegabten helfen. „Eine integrative Klasse“, berichtet Schulleiterin Sylvia Uphal. Denn: „Viele der Hochbegabten haben Defizite im sozialen Bereich.“ Außerdem wäre es unmöglich, nur mit den Hochbegabten und leistungsstarken Schülern eine ganze Klasse zusammen zu bekommen. Das Integrative hilft den Kindern, gerade den Hochbegabten.

Einerseits wissensdurstig und den Gleichaltrigen geistig weit überlegen, andererseits kaum in der Lage, in einer Gruppe zu agieren. Auch das gehört zum Fördern und Fordern von Klassenlehrerin Petra Strubbe. Neben dem klassischen Frontalunterricht nutzt sie viele moderne Medien, lässt die Kinder in kleinen Gruppen Stoff selbst erarbeiten. Der Computer im Klassenraum zur Recherche gehört genau wie das Handy dazu. „Die Herausforderung ist es immer wieder, Dinge zu finden, die die Schüler besonders interessieren neben dem normalen Rahmenlehrplan“, erzählt die Lehrerin.

Ihre Schüler fallen meist in der Grundschule auf. Entweder positiv eben als besonders wissbegierig. Oft aber im ersten Moment negativ.

Manche sind hibbelig, können kaum ruhig sitzen oder sind offensichtlich mit den Gedanken nicht beim Unterricht. Petra Strubbe: „Manche reagieren sogar aggressiv im Unterricht.“ Nicht immer, aber manchmal steckt eine Hochbegabung hinter solch einem Verhalten. Die Schüler sind dann einfach unterfordert mit dem normalen Unterricht. Mit aufmerksamen Lehrern, oft auch den Eltern dahinter, kann die Hochbegabung mit speziellen Tests diagnostiziert werden. „Es gibt aber auch genug Eltern, die so etwas ahnen, aber es bei ihrem Kind nicht diagnostizieren lassen“, erzählt Petra Strubbe.

Egal ob mit oder ohne diagnostizierter Hochbegabung, die Schüler kommen mit Empfehlung in die Klasse, eine Kommission aus Schulpsychologen und Schulleiterin befürworten, die Eltern entscheiden. Die Schüler kommen so aus Wismar und dem ganzen Landkreis. Viele Eltern sind froh, dass sie ihre Kinder mit der Diagnose oder dem Verdacht Hochbegabung nicht jeden Tag nach Schwerin fahren müssen.

Teil des Unterrichtskonzeptes ist die regelmäßige Aufteilung der Klasse im Fachunterricht, um die Schüler nach Stärken und Schwächen fördern zu können. Einmal in der Woche findet der Unterricht am Gerhardt-Hauptmann-Gymnasium statt, auch das Gymnasium hat ein Ausrichtung auf die Förderung von (Hoch-)Begabten.

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