Denkmal in Bad Kleinen : Historischer Mühle droht Abriss

Schwammbefall – die Notsicherungsarbeiten am eingerüsteten Mühlenhauptgebäude müssen ruhen.
Schwammbefall – die Notsicherungsarbeiten am eingerüsteten Mühlenhauptgebäude müssen ruhen.

Sicherungsarbeiten eingestellt – wegen Schwammbefall ist Totalverlust wahrscheinlich

von
16. Februar 2018, 21:00 Uhr

Seit einigen Tagen ruhen die Notsicherungsarbeiten am Hauptgebäude der Mühle von Bad Kleinen. „Die beauftragte Dachdeckerfirma hat bei ihren Arbeiten festgestellt, dass die gesamte Holzkonstruktion des Daches sehr stark geschädigt ist. Zuerst wurde Hausschwamm als Ursache vermutet“, berichtete Christian Bünger auf der Bauausschusssitzung der Gemeinde. Doch das habe sich nach einer ersten Analyse nicht bestätigt. „Vielmehr handelt es sich um den weißen Porenschwamm“, so Bünger. Der breite sich zwar nicht ganz so schnell aus wie der Hausschwamm, sei aber auf Dauer nicht weniger gefährlich.

Der Diplomingenieur aus Bad Kleinen ist als sachkundiger Einwohner in dem Ausschuss tätig. Zudem ist sein Wismarer Ingenieurbüro mit der Notsicherung des denkmalgeschützten Gebäudes beauftragt worden. Seit dem Herbst erfolgten diverse Maßnahmen, um einen weiteren Verfall des zwischen 1912 und 1914 errichteten Backsteinbaus zu verhindern. „Etwas mehr als 100 000 Euro stehen dafür zur Verfügung, je zur Hälfte von kommunaler Seite und vom Landesdenkmalamt“, erklärt Bürgermeister Joachim Wölm (Die Linke). Von diesem Geld sind bisher Sicherungsanker in den Südgiebel eingebracht worden, um die bereits acht Zentimeter aus dem Lot geratene Wand vor dem Umstürzen zu bewahren.

„Insgesamt ist das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand, die Schäden ziehen sich durch alle Geschosse“, berichtet Bünger. So habe nach den Bauarbeiten an Kanalisation und Straße im Uferweg das Wasser meterhoch im Keller gestanden – sogar mit Fäkalien kontaminiert, weil irgendwer, irgendwo im Umfeld ein Abflussrohr gekappt habe.

„Auch das Mauerwerk ist zum Teil stark geschädigt: Die Gesimse sind vielerorts abgefroren“, so der Ingenieur. Die Denkmalschutzbehörde müsse sich nun erklären, wie es mit dem Mühlengebäude weitergehen soll.

Das Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen teilte auf Anfrage mit, dass derzeit ein Gutachten erarbeitet werde. Dies soll den Gemeindevertretern auf ihrer Sitzung am 28. Februar vorgelegt werden und dann der Landesdenkmalbehörde als Grundlage für eine Entscheidung dienen.

„Im Grunde ist es doch logisch, dass es soweit kommen musste, wenn man ein Gebäude 20 Jahre leerstehen lässt“, meint Bauausschussmitglied Michael Gericke. So kann es durchaus sein, dass nach dem Abriss der einst ebenfalls denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude ein weiteres Wahrzeichen von Bad Kleinen verschwindet.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen