Ärger in Rehna : Historische Zäune gestohlen

Mario Dahms (l.) und Andreas Ortlieb nehmen den Schaden am Familiengrab in Augenschein. Beinah die komplette Front wurde demontiert.  Fotos: Volker Bohlmann
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Mario Dahms (l.) und Andreas Ortlieb nehmen den Schaden am Familiengrab in Augenschein. Beinah die komplette Front wurde demontiert. Fotos: Volker Bohlmann

Elemente aus dem 19. Jahrhundert demontiert / Kirche hofft auf Einsicht der Täter

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05. Mai 2017, 21:00 Uhr

Dreiste Diebe suchten den Friedhof in Rehna heim. Am Ort der Ruhe und des Gedenkens demontierten sie anscheinend ohne jegliche Rücksicht auf Geschichte und Familien mehrere historische Zaunelemente. Die Tat ereignete sich bereits Ende April zwischen dem 26. und 27. April. Ein Geschehen, das Pastor Andreas Ortlieb keine Ruhe ließ, so dass er an die Öffentlichkeit geht: „Solche Elemente sind die Schätze eines Friedhofes. Die alten Grabanlagen prägen die Friedhöfe. Es ist sehr bedauerlich, dass hier solch ein Schaden angerichtet wurde.“

Da es sich eher um ideelle Werte handelt, lässt sich der materielle Schaden kaum beziffern. Eher schon für die Langfinger, die die eisernen Zaunelemente meist verkaufen oder möglicherweise selbst nutzen wollen. Fest steht: Vier Zaunelemente wurden fein säuberlich demontiert „Anhand der Vorgehensweise lässt sich erkennen, dass die Täter sich mit solchen Elementen auskannten. Verschraubungen wurden gelöst, Metallteile gezielt herausgeschlagen“, so Ortlieb. Friedhofsgärtner Mario Dahms zeigt die Stellen, wo weitere Segmente gelöst wurden. Möglicherweise wurden die Täter gestört, mussten ihr Vorhaben in Teilen aufgeben.

Im Fall von Rehna handelt es sich um das letzte erhaltene historische Familiengrab aus dem 19. Jahrhundert. Es befindet sich direkt an der Goethestraße /Ausfahrt nach Grevesmühlen. Ortlieb und Mario Dahm können sich vorstellen, dass die Tat möglicherweise von einigen Passanten beobachtet wurde. Hinweise auf den Diebstahl wären hilfreich. „Ich möchte sogar einen Appell an die Täter richten. Bringen sie die Zaunelemente einfach wieder vorbei. Legen sie diese an der Grabstelle ab.“

Die großen Eisenzäune sind nicht das einzige Diebesgut. Langfinger suchen öfters die Ruhestätten heim. Kathrin Cerny aus Rehna stellte mit ihrem Mann Led-Leuchten zum Gedenken am Grab der Eltern auf. „Über Wochen standen die Lichter, bis sie Mitte Februar gestohlen wurden“, sagt sie. Es kränkt sie, dass es Menschen gibt, die Lichter, welche in Erinnerung an die Verstorbenen aufgestellt, gestohlen werden. Beobachtungen, die Mario Dahms als Mann vor Ort öfters macht.

Ermittlungstechnisch bleibt der Sachverhalt schwierig. Polizeipressesprecherin Nancy Schönenberg: „Die gestohlenen Zäune von Rehna sind der aktuellste Fall. Einen weiteren Diebstahl von Zaunelementen registrierten wir in Form eines gusseisernen Tores in Grevesmühlen sowie in Wismar.“ Handgefertigte Zäune als auch geschmiedete Ketten entwendeten Unbekannte von den Friedhöfen in Warin, Bad Kleinen und Wismar.

Hinweise zur Tat in Rehna als auch den anderen Orten nehmen die Polizeidienststellen entgegen. Das Polizeirevier Gadebusch ist unter der Rufnummer 03886/7220 erreichbar.

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